Life Update: Abschiede, Jobwechsel und die erste eigene Wohnung

15.05.2018
2017 war ein Jahr, das ich wohl für immer als eines meiner persönlich schwierigsten Jahre bezeichnen würde. Das, was in den letzten Wochen und Monaten passiert ist, hat jedoch noch einmal alles getoppt. Neben Schicksalsschlägen hat sich mein Leben von jetzt auf gleich um 180 Grad gedreht. Es traf mich unvorbereitet und eiskalt. Ich habe hoch gepokert, gekämpft, gezittert und gebangt. Ich möchte sowohl gute als auch schlechte Neuigkeiten mit euch teilen und nur noch mehr verdeutlichen, dass unsere dunkelsten Tage oft die Tage sind, die uns herausfordern und stärken. "Alles neu macht der Mai" trifft es dabei auf den Punkt...



Es gibt tausend Krankheiten, aber nur eine Gesundheit...
Nichts ist mehr so, wie es vorher war. Wir saßen teilweise bis tief in die Nacht zusammen, haben auf den Anruf von einem Arzt gewartet und viele Tränen vergossen. Eine schwierige Zeit für die ganze Familie, die uns sehr gefordert und belastet hat. Die Wege ins Krankenhaus sind nicht leicht gefallen, teilweise habe ich sie sogar gemieden. Ein grausames Gefühl, wenn man damit rechnen muss, dass jede gemeinsame Minute die gleichzeitig letzte sein könnte... Ich wünschte, meine Oma könnte meine Hand in ihrer Hand halten. So, wie sie es bis vor wenigen Wochen noch getan hat. Mit einem Lächeln auf den Lippen, das auch ihre Augen erreicht. Menschen zu verlieren, die man über alles liebt, ist das schmerzvollste, was ein Mensch im Leben mitmachen muss. Ich schwanke zwischen Illusion und Traumwelt und kann einfach nicht fassen, dass sie nie wieder zurückkommen wird. Meine Oma war viel mehr als "nur" meine Oma. Sie und mein Opa haben meinen Bruder und mich teilweise großgezogen und einen relevanten Teil unserer Erziehung übernommen. Wir haben gemeinsame Urlaube genossen, schon immer viel Zeit miteinander verbracht und schließlich sogar unter einem Dach gewohnt. Ihr Tod hinterlässt eine große große Lücke, die nicht zu füllen ist, Kraft fordert und schmerzt. Ich wünsche mir, so zu sein, wie es meine Oma war: stark, mit einem großen Sinn für Gerechtigkeit, viel Liebe und unerschöpflichen Mut. Sie ist mein Vorbild und wird es immer sein.


"Mama, Papa? Ich werde ausziehen!"
Zwischen all den Krankenhausbesuchen, Sorgen und Niederschlägen fasste ich Mitte/Ende Februar den festen Entschluss, mein Elternhaus zu verlassen. Ich wollte ausziehen, fühlte mich bereit und sicher. Die Entscheidung kam nach jahrelanger Unschlüssigkeit doch sehr plötzlich und überraschend. Ich war gerade mit meiner Mama in einem Fachhandel für Tapeten unterwegs, als ich die (in meinen Augen) schönste Tapete auf der ganzen Welt entdeckte und aussprach, was tief in meinem Innersten wahrscheinlich längst beschlossen war: "Mama, ich kaufe jetzt diese Tapete. Ich werde mir eine eigene Wohnung suchen und ausziehen." Meine Mama hat sich recht schnell von diesem Schock erholt, mein Papa und mein Bruder reagierten gelassen und aufgeschlossen. Meine beste Freundin dagegen wollte mir nicht glauben und lachte mich aus. Ich konnte ihr nicht böse sein. Sie kennt mich sehr gut und weiß, wie wohl ich mich zu Hause, inmitten meiner Familie, fühle...Ich gebe zu, dass ich anfangs selbst nicht glauben konnte, dass dieser Entschluss endgültig und final ist, auch wenn es sich doch genau so anfühlte. Der erste Stein war gesetzt. Und doch rechnete ich fest damit, dass mein Auszug in weite Ferne rücken würde. Der Wohnungsmarkt in unserer Stadt war zu diesem Zeitpunkt mehr schlecht als recht und konnte meinen hohen Anforderungen nicht gerecht werden. Einen Umzug in die Großstadt Berlins haben ich übrigens, zur Freude meiner Familie und Freunde, direkt ausgeschlossen.Viel zu sehr schätze ich das Kleinstadtleben im Grünen, wenn ich nach einem turbulenten Arbeitstag nach Hause komme.


neue berufliche Herausforderungen und Perspektiven
Ich war in der letzten Zeit wenig belastbar, schnell angreifbar, unmotiviert und ziemlich genervt. Eigenschaften, die eigentlich überhaupt nicht für meinen Charakter sprechen. Eigentlich... Neben Krankheiten und der Suche nach einer eigenen Wohnung reihten sich, nett gesagt, neue berufliche Herausforderungen dazu. Sicherlich habt ihr Verständnis dafür, dass ich nicht zu sehr ins Detail gehen möchte. Fakt ist jedoch, dass ich mich vermehrt mit einem Jobwechsel auseinandergesetzt und Ende April meinen alten Arbeitgeber freiwillig verlassen habe. Die Entscheidung fiel mir - so ungeplant sie auch war - doch sehr leicht. Ich wollte nicht, dass ich wie eine Figur auf einem Spielbrett von A nach B gesetzt werde. Viel mehr hat mich das Wissen darüber, dass ich die alleinige Macht über meine Zukunft habe, enorm gestärkt. Hinter mir liegen eine dreijährige Ausbildung und drei Jahre Berufserfahrung. Nun wurde es Zeit, die Zelte abzubrechen. Ich lasse einen unbefristeten Arbeitsvertrag hinter mir, pokere sehr hoch und bin doch sicher, dass ich alles richtig mache. Für mich haben sich  völlig neue Chancen ergeben, die ich in meinem jungen Arbeitsleben nicht verpassen wollte. Ich habe teilweise geheult und gelacht, mich durch schlaflose Nächte gekämpft und viel nachgedacht. Mittlerweile bin ich seit zwei Wochen in meinem neuen Job, der mir sehr vertraut und doch vollkommen neu erscheint. Ich freue mich, dass die Politik weiterhin Teil meiner Arbeit sein wird und ich mit meinem neuen Job Menschen gefunden habe, die mich und meine Arbeit wertschätzen. Mir ist bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist. Nun hoffe ich ganz stark, dass nach mehr als acht Wochen endlich Ruhe in mein Arbeitsleben einkehrt.



Meine erste eigene (Traum)Wohnung
Neben den Sorgen und Gedanken, die mich aufgrund meiner familiären und beruflichen Situation plagten, stand die Wohnungssuche weiterhin absolut im Vordergrund. Ich schaute mich dafür vorrangig im Internet um und habe nur eine Woche später eine Wohnung entdeckt, die zu 100% meinen Vorstellungen entsprach und all meinen hohen Anforderungen gerecht wurde. Ich weiß noch wie aufgeregt ich war, als ich die Mail mit meiner Anfrage versendete. Meine Eltern begleiteten mich, als ich die Wohnung wenige Wochen später besichtigte und mich dabei sofort verliebte. Ich lief durch die verschiedenen Räume und richtete mich innerlich bereits ein. Exakt eine Woche danach habe ich den Mietvertrag für meine erste eigene Wohnung unterschrieben, die gleichzeitig meine Traumwohnung ist: groß, Altbau und Maisonnette, geöltes Eiche Parkett, Bad mit Fenster, Dusche und Badewanne, Galerie, moderne Einbauküche mit XXL Kühl- und Gefrierkombination, Fußbodenheizung, Dachterrasse, uvm. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich in nicht einmal zwei Wochen einziehen darf, mein Elternhaus verlasse und ein Stück "Kindheit" verliere. Vier Wochen lagen schlussendlich zwischen meinem Entschluss auszuziehen und dem Unterzeichnen des Mietvertrages für meine Wohnung. Wie schnell letztendlich alles geht, wenn man entschlossen ist. Bei Gelegenheit werde ich euch sicherlich ein paar Einblicke in meine eigenen vier Wände geben. Erst einmal muss ich jedoch den Umzug meistern, mich einrichten und ankommen. Der Gedanke an den Umzug löst in mir Aufregung und zugleich Traurigkeit aus. Die Umstände, unter denen ich mein Zuhause verlasse, sind leider nicht die einfachsten, wenn auch nicht vorhersehbar gewesen.




Ihr merkt also: in den letzten Wochen und Monaten ist ganz schön viel passiert. Das erklärt vielleicht auch, warum es auf meinem Blog öfters ruhig war. Auf ein Tief folgte ein Hoch, folgte ein Tief, folgte ein Hoch, folgte ein Tief,... Ich könnte diese Reihenfolge unendlich weiterführen und wünsche mir ganz doll, dass es nun endlich besser wird, ich durchatmen und zur Ruhe kommen kann. Es wird mich noch einiges an Kraft kosten, mein Elternhaus zu verlassen und all die neuen Herausforderungen zu meistern.

Alles Liebe für Euch, Mareike ♡

Kommentare:

  1. Liebe Mareike,
    als erstes möchte ich dir/euch mein herzliches Beileid aussprechen. Ich weiss wie du dich fühlst. Mein Opa hat auch einen sehr großen Teil meiner Kindheit und Erziehung geprägt.Sein Tod hinterlässt auch nach Jahren noch eine große Lücke.
    Die ersten Tage nach meinem Auszug von zuhause haben sich komisch, traurig und doch so richtig angefühlt. Die ersten Tage ohne Familie waren sehr komisch und doch irgendwie befreiend weil man den schritt endlich gewagt hat. Ich wünsche dir nur das beste für die Zukunft :)

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  2. Ach meine liebe Mareike, herzlichen Dank für diese Einblicke! Das mit deiner Oma tut mir nach wie vor so Leid und als ich deine Zeile gelesen habe, musste ich schon wieder die Tränen runterschlucken. Es ist so schwer. :( Aber es sind diesen Monat ja auch schöne Sachen gewesen, z. B. die neue Arbeit und die Wohnung. Das sind doch tolle Neuigkeiten. ♥ Ich freue mich, mehr zu erfahren und wünsche dir alles Liebe. <3

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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