Me Luna Menstruationstasse: Erfahrungen, Vor- und Nachteile

23.08.2017
Als ich das allererste Mal von einer Menstruationstasse gehört habe, war ich ehrlich gesagt nicht sonderlich begeistert. Wozu benötige ich sowas überhaupt, wenn es doch Tampons und Binden gibt? Letztendlich hat mich die Neugier aber doch gepackt. Nicht zuletzt auch, weil sich einige Freundinnen durchaus positiv äußerten. Also habe ich mir bei Rossmann die Menstruationstasse von Me Luna gekauft, die ich euch nachfolgend gerne vorstellen möchte. Insbesondere werde ich sie mit Tampons vergleichen und Vor- und Nachteile aufzählen. Ich bitte euch, das Thema so erwachsen und offen wie möglich zu betrachten. Ihr könnt euch sicher sein, dass es mir wesentlich leichter fällt, über Lippenstift, Blush, Foundation und co. zu berichten. Mir geht es dennoch in erster Linie darum, euch zu helfen und vielleicht eine Entscheidungshilfe zu geben.


Eigenschaften: Me Luna Menstruationstasse
Die Me Luna Menstruationstasse ist für 15,95€ bei Rossmann und dm in zwei verschiedenen Farben erhältlich. Ihr könnten zwischen durchsichtig und lila wählen. Gerne sage ich euch, warum meine Wahl auf die Farbe lila fiel. Die Periode einer Frau ist unangenehm genug, als dass ich nicht noch mein Blut in einer durchsichtigen Menstruationstasse sehen möchte. Ich wählte stattdessen lieber die Farbe lila, weil ich hoffte, dass das unangenehme Rot etwas in den Hintergrund rückt und nicht so sehr präsent ist, wie es z.B. bei einem Tampon der Fall ist. Letztendlich spricht aber natürlich nichts gegen eine durchsichtige Menstruationstasse. Wahrscheinlich ist die Wahl der Farbe einfach Ansichts- und Geschmackssache. Eine Leserin machte mich darauf aufmerksam, dass sich die durchsichtigen Tassen nach einiger Zeit vielleicht verfärben könnten. Ein interessanter Aspekt, den ich selbst nicht bedacht habe, aber gerne in diesen Post aufnehme. Unterschiede in deren Anwendung oder Funktion gibt es absolut keine. Genauso wie Tampons sind die Menstruationstassen in verschiedenen Größen erhältlich. Dabei geht es jedoch nicht um die Stärke der Blutung, sondern viel mehr um die eigene Größe und Statur sowie Geburt. Ich habe keine Kinder und habe mich bei einer Größe von 1,60m und einer mittleren Statur für die Größe M entschieden. Ich gebe zu, dass ich in den Drogerien bisher keine Größe L oder XL gesehen habe. Meines Wissens nach gibt es die Tassen sogar in den Größen Mini S und Mini M. Je nach Größe haben die Tassen eine dementsprechendes Fassungsvermögen, das aufgenommen werden kann. In meinem Fall sind es bei der Größe M z.B. 28 ml. Übrigens: Frauen verlieren innerhalb ihrer Menstruation etwa eine halbe Tasse Blut. Ich schätze also maximal 100 ml. Das ist tatsächlich weniger, als wir immer denken. Die Menstruationstasse ist mehrere Monate verwendbar. Der Preis in Höhe von 15,95€ rechtfertigt sich dadurch sehr gut.


Spannend wird es, wenn wir über das Material der Me Luna Menstruationstassen sprechen. Die Betonung liegt hier deutlich bei "Material der Me Luna Menstruationstassen". Ich kann nicht für alle Tassen sprechen, da ich bisher nur dieses Modell getestet habe. Sie sind aus Thermoplastisches Elastomer (TPE). Ein Material, das bei vielen anderen medizinischen Anwendungen verwendet wird, u.a. für Babyschnuller. Es sind weder PVC, Silikon, Latex, Proteine noch Alkylphenole, Phtalate oder Bisphenol A (Weichmacher) enthalten. Außerdem sind sie antiallergen. Zum Vergleich: Tampons bestehen aus Viskose, also Chemiefaser, sowie aus verschiedenen Polymeren und synthetischen Fasern. Ich persönlich empfinde Tampons beim Einführen oftmals als sehr trocken, sodass ich das TPE der Menstruationstassen durchaus begrüße. Davon abgesehen produzieren sie absolut kein Müll. Denken wir doch nur an die einzelnen Schnipsel, in die ein Tampon gehüllt ist und den Tampon selbst. Unnötig viel Müll, für den es sicherlich auch bessere Lösungen geben könnte. 

Anwendung, Falttechnik und Flexibilität der Me Luna Menstruationstasse
Vor der ersten Anwendung sollte eure Tasse unbedingt ca. drei Minuten lang in kochendes Wasser gelegt werden. Ich empfehle, die Menstruationstasse für mehrere Stunden zu Hause zu testen, bevor ihr damit auf die Straße geht und eventuelle Fehler, Probleme und Unannehmlichkeiten feststellt. Zu Hause kann man dem schneller auf den Grund gehen, als woanders. So werdet ihr mit der Menstruationstasse vertraut und bekommt ein Gefühl dafür. Das Einführen der Tasse gleicht zunächst der Falttechnik eines Papierfliegers: ihr habt mehrere Möglichkeiten, sie einzuführen. In der Verpackungsbeilage ist von drei Techniken die Rede: C-Fold, S-Fold und Punchdown-Fold. Ich habe festgestellt, dass die C-Fold Technik die für mich angenehmste und einfachste ist, auch wenn gerade zu Beginn ein klein wenig Übung gefragt ist.
Ich gebe zu, dass ich das Einführen die ersten Male als unangenehm und ungewohnt empfunden habe. Einfach auch, weil die Menstruationstasse im Vergleich zu einem Tampon nicht auf Anhieb perfekt saß und sich nicht sofort richtig entfaltet hat. Ich kann daher sagen, dass ihr es ziemlich sicher spüren werdet, wenn die Tasse nicht richtig sitzt. In solchen Fällen könnt ihr nachhelfen, in dem ihr mit dem Finger die Tasse ertastet und der Tasse mit Drücken und Schieben den richtigen Sitz verschafft. Lange Fingernägel sind dabei nicht von Vorteil, wie ihr euch denken könnt. Die Tasse gleitet anders ein, als ein Tampon. Nicht anders schlecht, aber auch nicht anders gut. Allein schon größentechnisch hatte ich ein ganz anderes Gefühl beim Einführen. Es war gerade beim ersten Mal sehr ungewohnt. Ja, beim Einführen habe ich einen Tampon kurz vermisst. Ich kann aber sagen, dass meine Tampons spätestens nach dem Einführen vergessen waren. Man spürt die Menstruationstasse absolut nicht, wenn sie richtig sitzt und ich behaupte sogar, dass ich mich mit Periodenschmerzen körperlich irgendwie besser fühlte, als mit Tampon. Nicht so verkrampft. Einen großen Vorteil gegenüber Tampons sehe ich bei der Tasse auch in dem fehlenden Faden. Kein Faden in der Schlüppi, der vielleicht mal herausgucken könnte und auf der Toilette stört. 


Entfernen und Entleeren der Menstruationstasse
Die Menstruationstasse sollte nach Bedarf entleert werden, spätestens aber nach 8 bis 12 Stunden. Ich behaupte, dass wir Frauen ein Gefühl dafür haben und unseren Körper sehr gut kennen. Überlaufen wird die Tasse aber niemals, da sie ein ziemlich großes Fassungsvermögen hat. Ihr werdet nach dem Entfernen sehen, dass die Tasse nur minimal gefüllt ist. Zumindest weniger, als man denkt. Zum Entfernen der Tasse empfehle ich die Hockposition über der Toilette. So kann beim Herausziehen nichts daneben gehen und stattdessen sicher in der Toilette landen. Dabei ist ein bisschen Feingefühl gefragt. Das untere Ende der Menstruationstasse wird zusammengedrückt und die Tasse vorsichtig herausgezogen, damit sich das entstandene Vakuum lösen kann. Ich empfinde diese Fummelei als relativ unangenehm. Vielleicht mache ich aber auch etwas falsch und benötige noch Übung. Das Drücken mit den Beckenbodenmuskeln kann dabei helfen, die Tasse herauszuschieben. Solltet ihr also kein Glück haben, den Schnipel nicht finden können und leicht in Panik geraten: verlasst euch auf eure Beckenbodenmuskulatur. Das Entfernen der Menstruationstasse stellt einen Nachteil im Vergleich zu einem Tampon dar, der sich mithilfe einer Schnur problemlos herausziehen lässt. Aber auch daran kann man sich gewöhnen. Die Entleerung der Tasse ist ein großer Kritikpunkt - gerade auf öffentlichen Toiletten. Es ist einfacher, einen Tampon diskret in der Toilettenkabine zu entfernen, wegzuwerfen und einen neuen einzusetzen, anstatt mit der Tasse einmal zum Waschbecken zu rennen und sie zu säubern. Denken wir doch nur an die langen Schlangen, die teilweise vor den Toiletten Programm sind... Die Tasse hat zwar - wie gesagt - ein so großes Fassungsvermögen, dass ich nicht denke, sie könnte überlaufen. Aber nach gewisser Zeit sollte man sie doch unbedingt entleeren. Das gibt zumindest mir ein gutes Gefühl. Der Blick in die Tasse und das Auswaschen ekeln mich noch ziemlich an. Ein Tampon saugt viel auf, während in der Tasse alles schwimmt und klebt. Das ist gewiss kein schöner Anblick., wenn auch Frage der Gewohnheit.



Ein Fazit dürft ihr nach meinem Beitrag nun selbst ziehen. Fakt ist: die Vorteile überwiegen den Nachteilen wesentlich, auch wenn Menstruationstassen keine dauerhafte Lösung für mich sind. Ich switche gerne zwischen Menstruationstasse und Tampon und habe damit eine für mich gute Wahl getroffen. Ich schließe nicht aus, vollständig auf die Tasse umzusteigen.

Alles Liebe, Eure Mareike ♡

Kommentare:

  1. Danke für deinen sehr interessanten Bericht. Ich freue mich auch mal eine ehrliche Meinung zu lesen, und dass du den "Ekelfaktor" ansprichst. Das habe ich in anderen Testbeiträgen bisher vermisst. Ich bin nun auch ermutigt die Tasse mal auszuprobieren :)

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  2. Toller Bericht. Ich möchte sie auch mal testen, war aber genau wegen deiner genannten Nachteile sehr skeptisch. Vor allem das Entleeren stelle ich mir nicht toll vor. Auch in der Arbeit würde es sich als unpraktisch äußern. Ich denke eine Mischung aus beidem wäre auch für mich Ideal. Super, dass du so offen darüber berichtest.

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  3. Danke für den Überblick über Vor-und Nachteile.
    Ich bin sehr gespannt wie das bei mir funktionieren wird. Aber ich glaube, dass es sich kaum von dem caya diaphragma in Bezug auf das Einführen und Rausnehmen unterscheidet. Das ist sogar noch größer als die Me Luna. Das Entleeren stelle ich mir unterwegs aber auch als sehr unkomfortabel vor. Es sei denn man kann eine Behindertentoilette nutzen wo ein Waschbecken gleich mit drin ist.

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  4. Ich benutze eine Menstruationstasse jetzt seit etwa 2 Jahren. Hatte am Anfang eine Meluna, bin dann aber auf eine andere umgestiegen. Ich muss sagen, dass ich die Meluna als Einsteigermodell unbrauchbar finde. Sie lässt sich zu schwer falten bzw entfaltet sich sehr schlecht wieder. Damit hatte ich am Anfang große Probleme. Der "Ladycup", welchen ich jetzt nutze, ist wesentlich angenehmer in der Handhabung. Das Silikon ist etwas fester und entfaltet sich dadurch leichter wieder.
    Kleiner Tipp für unterwegs: Immer feuchte Tücher dabei haben, damit lässt sie sich ganz einfach auswischen bis man dann zu Hause ist und sie richtig sauber machen kann. Hierzu allerdings noch eine kleine Anmerkung: Ich bin unterwegs noch nie in die Predullie geraten, die Tasse leeren zu müssen. Da geht schon sehr viel rein. Meistens ist sie nicht mal nach 12 Stunden komplett voll, auch nicht wenn die Menstruation am stärksten ist, aber da ist jeder anders. Sorry falls das jetzt tmi war :D
    Liebe Grüße :)

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  5. Danke für dein ausführlichen Beitrag! Echt interessant das mal zu hören, aber ich bleibe dennoch bei den guten alten Tampons :-)
    Liebste Grüße
    Kristine von Kristy Key

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  6. Sehr, sehr erwachsen und professionell, wie Du über das Thema schreibst! Gerade bei Aspekten wie der Periode nützt es doch nichts, so zu tun, als sei das ganze eine blumige Angelegenheit :D
    Ich denke, wenn man zu Hause ist oder bei Freunden, eignet sich die Tasse ganz gut. Man ist nicht im Stress beim Einführen oder Säubern, und minimiert die ganze Trockenheit, die durch Tampons entsteht. Wenn man weggeht, kann man ja immer noch die guten alten Stöpsel verwenden :)

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  7. Danke für den ausführlichen Bericht. Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich mir die Tasse zulegen soll und ich kann mich ehrlich gesagt immer noch nicht entscheiden. :/

    Liebe Grüße
    Jenny von www.bellezalicious.de

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