Freundschaften: Was uns nicht umbringt, macht uns stark!

01.12.2018
Ihr Lieben, ich möchte heute gerne wieder ein paar sehr private Gedanken und Erfahrungen mit euch teilen. Auf meinem Blog habe ich bisher nicht viel über Freundschaften geschrieben. Die Gründe dafür sind vollkommen unterschiedlich und an dieser Stelle auch gar nicht weiter relevant. Von den Freundschaften, die sich im Laufe meiner Schul- und Ausbildungszeit entwickelt haben, sind gewiss nicht viele übrig geblieben. Es passiert, was passieren muss, wenn man erwachsen wird und konkreten Zielen folgt: Man verliert sich aus den Augen. Anders ist es bei der Freundschaft, von der ich euch nachfolgend gerne erzählen möchte. Diese Freundschaft unterscheidet sich in einem ganz wesentlichen Punkt von anderen Freundschaften, die ich bisher geführt habe: sie ernährt sich genauso von positiven Momenten, wie auch von negativen Momenten. Auch wenn das Band kurzzeitig zu reißen schien, so war es doch elastisch genug, um all den Ereignissen der Vergangenheit stand zu halten. Die Gründe für den Bruch unserer Freundschaft sind an dieser Stelle nicht wichtig. Etwas Privatsphäre muss bleiben, das versteht ihr sicherlich ;) Es geht viel mehr darum, dass es sich tatsächlich zu kämpfen lohnt und eine Freundschaft sehr viel stärker sein kann, als man zunächst glauben mag.
Wenn ich anderen Menschen von uns und unserer Freundschaft erzähle, dann kann ich manchmal selbst kaum glauben, was uns widerfahren ist, warum wir zulassen konnten, dass es soweit kommt und wie wir es trotzdem bis hier her geschafft haben. Unser Geschichte begann 2006 nach dem Sportfest unserer Schule. Wir waren in der 6. Klasse.  Sie gerade 11 Jahre alt. Ich 12. Wir ahnten nicht, was sich aus einem simplen Gespräch in der Mädchenumkleide entwickeln würde. Ich wollte eigentlich nur kurz ihr Deo benutzen.... ;) Wir waren sofort auf einer Wellenlänge, weshalb sich schnell eine Verbindung und schließlich sogar Freundschaft entwickelte. Wir konnten von Beginn an genauso gut miteinander lachen wie auch weinen, reden und voneinander abschreiben. Wenn ich nostalgisch von meiner Schulzeit berichte, dann taucht auch immer automatisch sie in meinen Erzählungen auf. Sie war es, die wegen unserer Gespräche im Unterricht ständig den Raum verlassen musste. Sie war es, deren Schulbrote mit Nutella ich heimlich gegessen habe. Sie war es, die mir ständig ihr Deo geliehen und mich in Notfällen problemlos abschreiben lassen hat. Sie war es, deren Gespräche ich gelauscht und deswegen den halben Unterricht verpasst habe. Nur vier Jahre später wurde unsere Freundschaft jedoch auf eine harte Probe gestellt, der wir nicht lange standhalten konnten. Vielleicht haben wir beide nicht genug gekämpft, uns zu leichtsinnig mit der Situation abgefunden. Vielleicht mussten wir aber auch einfach diese Erfahrung machen, um dort ankommen zu können, wo wir jetzt sind: stärker denn je, unzertrennlich und zutiefst miteinander verbunden.


Der Bruch folgte langsam, aber stetig. Und eigentlich war ab einem bestimmten Zeitpunkt abzusehen, dass es kein Halten gibt, solange wir festgefahren und stur sind. Die Genesung unserer Freundschaft war daher ein langer und intensiver Weg. Kein einfaches Lächeln konnte wieder gutmachen, was wir einander "angetan" haben. Zu groß waren die Wunden unserer Freundschaft, die die letzten Monate hinterlassen haben. Unser Kontakt wurde immer schlechter, bis er schließlich für lange Zeit komplett abbrach. Nach unserem ersten klärenden Gespräch, etwa ein Jahr später, blieb das Gefühl von Versöhnung aus. Ich verspürte eine große Enttäuschung und Unsicherheit und wusste nicht, wie es weitergehen wird. Zu sehr hatte ich mir gewünscht, dass schnell wieder alles gut werden würde und ich sofort wieder diese tiefe, innige Verbundenheit wahrnehme, die unsere Freundschaft stets ausgemacht hat. Wenn ich mich recht erinnere, hat es nach unserem Gespräch ungewohnt lange gedauert, bis wir wieder regelmäßigen Kontakt hatten. Letztendlich haben wir uns wohl einfach nur selbst die Zeit genommen, die wir brauchten, um das Erlebte und Gesagte zu verarbeiten. Gleichzeitig haben wir uns Raum gegeben und den jeweils anderen nicht zu sehr eingeengt. Stück für Stück, Schritt für Schritt haben wir uns also angenähert. Neue Lebensumstände, persönliche Veränderungen und der immer größer werdende Wunsch, sich wieder anzunähern und an unserer Freundschaft festzuhalten, haben schließlich dazu geführt, dass wir uns wieder öfters verabredet haben. Zwar mit großen, zeitlichen Abständen und teilweise noch sehr verhalten, aber trotzdem regelmäßig. Wir schätzten uns zu sehr wert, um zu riskieren, den anderen wieder zu enttäuschen. Irgendwann, Monate später, saßen wir gemeinsam auf meinem Bett, lachten, erzählten und stellten dabei fest, dass es geschafft und überstanden war, dass die Genesung unserer Freundschaft - so langwierig sie auch war - geglückt ist. 


Was ich mit unserer Geschichte sagen möchte, ist ganz einfach: Eine Freundschaft kann nach einem Bruch - so stark er auch war - immer dann wieder "gut" werden, wenn beide Personen an ihrer Freundschaft festhalten, den Respekt zueinander nicht verlieren und sich jederzeit wertschätzen. Die wichtigste Eigenschaft jedoch ist Zeit. Zeit, das Erlebte zu verarbeiten. Zeit, das Verpasste wieder aufzuholen. Ein klärendes Gespräch allein ist nicht der Schlüssel. Wenn sich beide Personen nicht die benötigte Zeit und den Abstand geben, dann hilft jedes noch so lieb gemeinte und ehrliche Wort nicht.

Mittlerweile sind gut fünf Jahre vergangen, seit wir uns wieder angenähert haben. Unsere Freundschaft ist stärker als je zuvor. Ich würde gerne behaupten, dass wir über das Vergangene lachen können, aber so ist es nicht. Dafür hat es uns wohl zu sehr geprägt. Stattdessen reflektieren wir diese schwere Zeit immer noch häufig sehr offen und ehrlich. Immer wieder sind wir dankbar für all die Wertschätzung, die wir füreinander aufbringen, den gegenseitigen Respekt, das entgegen gebrachte Vertrauen und die vielen Momente, die wir miteinander teilen. Mit keiner anderen Person kann ich so herzlich lachen wie mit ihr. Keiner anderen Person kann ich mich so gut anvertrauen. Niemand kennt mich besser als sie. Keine andere Freundschaft ist so stark wie unsere. Es ist endlich wieder wie damals, als wir uns in der Sportumkleide kennengelernt und unterhalten haben, 12 Jahre und eine großen Streit später.

Alles Liebe für Euch, Mareike ♡

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