How to: Russische Maniküre (Und was du wissen solltest, bevor du loslegst!)

22.02.2026
Perfekt saubere Nagelränder, ein makelloses Finish und wochenlang haltender Gellack: die russische Maniküre gilt für viele als Königsdisziplin der Nagelpflege. Auf Social Media wirkt die Technik schnell, einfach und absolut makellos. Hinter dem präzisen Ergebnis steckt allerdings weit mehr als nur ein Trend. In diesem Beitrag verrate ich dir, was die russische Maniküre wirklich ist, worin sie sich von der klassischen Technik unterscheidet, welche Ausstattung notwendig ist, welche Risiken du kennen solltest und für wen sie überhaupt sinnvoll ist.

Disclaimer: Dieser Beitrag ist kein Aufruf, sondern eine Einordnung, worauf es bei einer professionellen russischen Maniküre ankommt.


Hinweis: In deutschen Nagelstudios darf die Nagelhaut grundsätzlich nur vorsichtig entfernt werden; die vollständige Entfernung ist kosmetisch umstritten. Je nach Ausführung kann die Behandlung rechtlich sensibel sein, insbesondere wenn lebendes Gewebe verletzt wird. Kosmetiker:innen dürfen grundsätzlich sichtbare, lose oder abgestorbene Nagelhaut vorsichtig entfernen. Was sie jedoch nicht dürfen, ist lebendes Gewebe verletzen oder medizinische Behandlungen durchführen.

Russische Maniküre - Was ist das überhaupt?
Dabei handelt es sich um nichts anderes als das gründliche Entfernen der Nagelhaut mit einem Nagelfräser. Die Methode stammt - wie der Name verrät - ursprünglich aus Russland. Es ist die perfekte Grundlage für eine langanhaltende Modellage. Bei richtiger Anwendung ist es schonend und hygienisch. Es ist allerdings nichts für nebenbei. Und vor allem auch nichts, was man einfach mal so auf eigene Faust nachmacht, weil man auf TikTok zwei Videos gesehen hat. Die Dauer der Maniküre liegt bei ca. 45–60 Minuten und ist in erster Linie vom Zustand der Nägel abhängig.

Zur Grundausstattung zählen ein elektrischer Fräser mit einstellbarer Geschwindigkeit und Rechts-/Linkslauf, Fräseraufsätze (Bits) für die verschiedenen Schritte (Hochheben und Entfernen der Nagelhaut, Glätten der Nagelplatte), ein Nagelhautschieber (Cuticle Pusher), eine Nagelhautzange oder -schere, Nagelöl und eine Staubabsaugung. Die Staubabsaugung hilft, den feinen Staub abzusaugen und verhindert dadurch, dass er in die Luft gelangt, was die Lungen und Atemwege schont.

Was ist der Unterschied zur klassischen Maniküre?
Im Unterschied zur klassischen Maniküre, bei der die Nagelhaut in der Regel zunächst eingeweicht, anschließend vorsichtig zurückgeschoben und teilweise mit einer Zange oder Schere gekürzt wird, arbeitet die russische Maniküre komplett trocken und mit speziellen Fräser-Bits. Dadurch kann besonders präzise und gründlich entlang der Nagelränder gearbeitet werden, was vor allem bei Gel- oder Gellack-Modellagen für ein sehr sauberes und langanhaltendes Ergebnis sorgt. Eine Kombi-Maniküre verbindet beide Techniken: Die Nagelhaut wird zunächst mit dem Fräser gelöst und angehoben und anschließend mit Schere oder Zange sauber entfernt. Je nach Nageltyp und persönlicher Vorliebe kann also jede Methode ihre Berechtigung haben.

Was du wissen musst, bevor du loslegst
Sei vorsichtig. Eine russische Maniküre sieht vielleicht leicht aus, ist sie aber nicht. Ohne Wissen, Erfahrung und die richtigen Werkzeuge kannst du deiner Nagelhaut ernsthaft schaden und dich verletzen. Das Risiko für Verletzungen und Infektionen ist groß. Nutze die richtigen Tools. Dazu zählen ein professioneller Fräser, passende Aufsätze, Desinfektion und viiiiiel Geduld. Nagelöl ist kein Nice-to-have. Es ist Pflicht. Wenn du deine Nagelhaut gründlich entfernen lassen möchtest, dann braucht das Nagelbett Pflege. Das Öl macht nicht nur die Haut weicher, sondern verlängert auch die Haltbarkeit von Gellack und Gel. 

Ablauf einer russischen Maniküre
Eine russische Maniküre beginnt immer mit gründlicher Hygiene: Hände und Werkzeuge werden sorgfältig desinfiziert, um das Risiko von Keimen und Infektionen zu minimieren. Anschließend wird die Nagelhaut mit einem feinen Fräser-Bit vorsichtig angehoben und von der Nagelplatte gelöst. Dieser Schritt erfordert besonders viel Präzision und Fingerspitzengefühl. Die gelöste, überschüssige Haut wird danach mit einer feinen Schere oder Zange sauber entfernt. Im nächsten Schritt wird die Nagelplatte sanft geglättet, damit eine ebenmäßige Basis für Gellack oder Gel entsteht. Der entstandene Feilstaub wird gründlich entfernt, bevor zum Abschluss Nagelöl einmassiert wird, um die Haut zu beruhigen und mit Feuchtigkeit zu versorgen. So entsteht das typisch saubere Finish, für das die russische Maniküre bekannt ist. Je nach Pflege und Belastung hält die russische Maniküre bei mir ca. zwei bis maximal drei Wochen. Aber auch die tägliche Belastung und das Nagelwachstum können die Haltbarkeit beeinflussen.

Nach der russischen Maniküre beginnt eigentlich erst der wichtigste Teil: die Pflege. Damit das Ergebnis lange schön bleibt und die Nagelhaut sich gesund regenerieren kann, solltest du Nagelöl verwenden. Das hält die Haut geschmeidig, unterstützt die natürliche Schutzbarriere und beugt kleinen Rissen vor. Zusätzlich freuen sich deine Hände über regelmäßige Pflege mit einer reichhaltigen Handcreme, besonders abends. Wichtig ist auch, trockene Hautstellen nicht „nebenbei“ abzuknibbeln, selbst wenn es verlockend ist. Genau dadurch entstehen oft kleine Verletzungen. Beim Putzen oder viel Kontakt mit Wasser helfen Handschuhe, um Nägel und Nagelhaut vor dem Austrocknen zu schützen. Mit dieser Routine bleibt das Ergebnis nicht nur länger gepflegt, sondern deine Nägel danken es dir auch langfristig.


Häufige Fehler: Was du unbedingt beachten solltest
Gerade weil die russische Maniküre so präzise aussieht, passieren typische Fehler oft schneller, als man denkt. Ein zu hoher Druck mit dem Fräser kann die Nagelplatte unnötig ausdünnen und empfindlich machen, während eine zu hohe Drehzahl nicht nur unangenehm wird, sondern auch die Haut verletzen kann. Auch beim Schneiden mit Schere oder Zange solltest du vorsichtig sein. Wer zu tief schneidet, entfernt nicht nur überschüssige, sondern auch schützende Haut. Kleine Risse, Blutungen und Entzündungen sind dann keine Seltenheit. Ein weiterer, oft unterschätzter Fehler ist das Weglassen von Nagelöl. Nach der gründlichen Bearbeitung braucht die Haut Pflege, um ihre Schutzfunktion wieder aufzubauen. Und schließlich gilt: Zu häufige Anwendungen ohne ausreichende Regeneration können die Nagelhaut langfristig schwächen. Weniger, dafür sorgfältig und bewusst, ist hier eindeutig mehr.

Für wen lohnt sich die russische Maniküre?
Russische Maniküre lohnt sich vor allem dann, wenn du viel Nagelhaut hast. Und auch, wenn du Gellack oder eine Gelmodellage tragen willst. Russische Maniküre verschafft dir ein cleanes, gepflegtes Aussehen. Aber (und das ist wichtig!) du musst es nicht zwingend machen. Niemand braucht perfekt polierte Nagelränder. Maniküre ist kein Muss, sondern immer ein Kann.

Und wer sollte es lieber lassen?
Nicht jede Haut liebt diese Methode. Wenn deine Nagelhaut sehr dünn oder empfindlich ist, kann eine russische Maniküre schnell zu viel sein. Auch bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder generell stark gereizter, rissiger Haut solltest du besonders vorsichtig sein und im Zweifel ganz darauf verzichten. Extrem trockene Hände ohne regelmäßige Pflege sind ebenfalls keine ideale Ausgangsbasis. Die Technik lebt von Präzision und einer gesunden Nagelhaut. Wenn die Hautbarriere ohnehin geschwächt ist, kann die intensive Bearbeitung mehr schaden als nutzen. Manchmal ist weniger eben doch mehr.

Mein Fazit
Gepflegte Hände sind unsere Visitenkarte. Es muss natürlich nicht zwingend eine russische Maniküre sein, aber die Pflege der eigenen Nägel macht definitiv viel aus. Und vielleicht ist es gar nicht die russische Maniküre, die so besonders ist. Es ist eher das Gefühl, von weichen Händen und gepflegten Nägeln. Und trotzdem möchte ich auch sagen: Nicht alles, was technisch möglich ist und ästhetisch perfekt aussieht, ist automatisch sinnvoll oder notwendig.

Alles Liebe, Mareike ♥ 

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