Essen ohne Jojo-Effekt// Bin ich mager?

09.06.2018
Ihr Lieben, mittlerweile sind mehr als zwei Monate vergangen, seitdem ich das letzte Mal von meiner Gewichtsabnahme berichtet habe. Ich habe meine Ernährung umgestellt und mein absolutes Wunschgewicht erreicht. Mehr noch: ich habe mich selbst vollkommen übertroffen. Nun würde ich euch gerne ein Update geben und davon berichten, wie ich die letzten Monate erlebt und verbracht habe. Gleichzeitig widme ich mich den mir meist gestellten Fragen: Kann ich mein Gewicht halten? Was hat sich für mich verändert? Wie ernähre ich mich aktuell? Der ganz normale Wahnsinn zwischen Ernährungsumstellung, Sport, Fast Food und vielen anderen Versuchungen.



Mein aktuelles Gewicht: adios, ihr 21 überflüssigen Kilos
Ein kleiner Rückblick: ich habe Ende 2017 vollkommen spontan den Entschluss gefasst, meinen überflüssigen Kilos den Kampf anzusagen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich 69 Kilo bei einer Größe von 1,60m gewogen. Rückblickend kann ich die Gründe für meine Gewichtszunahme gar nicht genau benennen. Ich schätze, ich habe über Monate hinweg einfach zu gut gegessen, mich zu wenig bewegt und mich nicht ausgewogen genug ernährt. Nicht zu vergessen, dass ich einfach extrem wenig getrunken habe. Die Mischung macht’s bekanntlich. Ich habe zunächst mit Weight Watchers begonnen und mich schließlich immer mehr mit einer Ernährung nach Low Carb auseinandergesetzt, was super funktioniert hat. Mein letzter Blogpost ging im März 2018 online. Ich hatte mein Wunschgewicht von 51 Kilo erreicht. Mehr noch: ich habe mich selbst übertroffen und vollkommen überrascht. Nun möchte ich ehrlich zu euch sein… Bis Mitte April 2018 sind noch einmal 2 weitere Kilo gepurzelt. Ich selbst wollte es so. Nachdem ich schon so viel geschafft hatte, wollte ich die 20  Kilo schlichtweg einfach noch „vollmachen“, um mich nicht ständig auf krumme 18 Kilo beziehen zu müssen. Seitdem sind zwei Monate vergangen. Ich wiege aktuell zwischen 48 und 49 Kilo und kann dieses Gewicht seit Mitte/Ende April sehr gut halten. Teilweise zu gut. Ich esse und esse und esse und nehme dabei nicht zu. Zusätzlich kann ich nach dem Erreichen meines Wunschgewichtes sagen, dass ich angekommen bin. Angekommen in meinem eigenen Körper. Wenn ich in den Spiegel schaue, dann kann ich tatsächlich immer noch nicht glauben, dass ich das bin. Ich, Mareike, mit den kleinen Brüsten, dem ausgeprägten Schlüsselbein, dem hübschen Po und den ungewohnt schlanken Beinen. Ich sehe eine Frau im Spiegel, die attraktiv und hübsch anzusehen ist und sich wohl in ihrem Körper fühlt. Mein Körper hat eine 180 Grad Drehung durchlebt, sich verändert und vollkommen neue Konturen bekommen. Ich muss mir keine Gedanken mehr darüber machen, was ich anziehe oder wie ich mein Bäuchlein am besten kaschieren kann. Ich ziehe einfach an, was mir gefällt. Es passt und sieht verdammt gut aus. Davon abgesehen überwiegt auch der gesundheitliche Aspekt: keine Magen- oder Bauchschmerzen mehr, keine Kopfschmerzen wegen zu geringer Flüssigkeitszufuhr, weniger Unreinheiten, kein Völlegefühl. 

Bin ich zu dünn? Bin ich mager? 
Ein ganz bestimmter, wesentlicher Aspekt lässt meine Freude über das gewonnene Selbstwertgefühl leider etwas trüben. Mir war klar, dass die Reaktionen auf meine Abnahme nicht immer freudig und respektvoll ausfallen. Ich habe mit Neid und Lästereien gerechnet und wurde in der Tag nicht enttäuscht. Das ist ok. Ich weiß, was ich erreicht habe. Ich mache es mir nicht (mehr) zur Aufgabe, den Frust anderer Leute persönlich zu nehmen. Was ich erreicht habe, kann jeder andere Mensch auch erreichen. Es sind ganz andere Reaktionen, die mich nachdenklich machen und meine Freude etwas trüben. Anfangs noch leicht geschmeichelt, lassen mich Aussagen darüber, dass ich zu dünn bzw. mager bin, mittlerweile nur noch traurig zurück. Ich soll mehr essen. Ich habe kaum noch etwas auf den Rippen. Ich bin zu dünn. Ob es mir gut geht oder ich Sorgen habe, werde ich gefragt. Versteht mich nicht falsch: ich bin für Hinweise dankbar und weiß jede Aufmerksamkeit sehr zu schätzen. Schließlich macht auch der Ton die Musik. Es ist klasse, wie fürsorglich viele Leute in meiner Umgebung sind und dass sie Acht auf mich geben. Gleichzeitig frage ich mich ernsthaft, wie Leute reagieren würden, wenn ich auf Aussagen wie „Du wirst immer dünner.“ mit „Du wirst immer dicker.“ antworten würde. Ich frage mich, warum es scheinbar ok ist, jemanden zu sagen, er sei zu dünn, wenn es eine Schande ist, jemanden zu sagen, er sei zu dick? Für mich macht das gar keinen Unterschied. Welche Antworten werden sich durch solche Aussagen wie diese erhofft und wie reagiert man am besten darauf? Ich werde rot, trete von der einen Stelle auf die andere. Rechtfertige mich und versichere, dass es mir gut geht. Zudem hat sich an meinem Gewicht seit April nichts mehr verändert. Vielleicht hat mein Körper auf den letzten Metern einen Schwung gemacht. Mein Körper, der ein Organismus und keine Maschine ist und wohl einfach etwas Zeit benötigt hat, die vielen verlorenen Kilos komplett zu verarbeiten und in seine neue Rolle zu finden. Vielleicht ist es auch der Tod meiner Oma, der mir ins Gesicht geschrieben ist. Ich war in letzter Zeit psychisch mehr labil als stabil, habe mit schlaflosen Nächten und verschiedenen Emotionen gekämpft. Ihr merkt: ich komme in Erklärungsnot und muss mich gleichzeitig daran erinnern, dass ich niemanden Rechenschaft über mein Gewicht schuldig bin. Eine sehr schwierige Situation, mit der ich leider (noch) nicht weiß richtig umzugehen... Es gibt jedoch auch mindestens genauso viele Leute, die unheimlich viel Rücksicht auf meine neue Ernährung nehmen, wenn ich irgendwo eingeladen bin, etc. Dabei esse ich immer noch genauso gerne süß und ungesund, wie ich es bis vor wenigen Monaten getan habe. Vor allem dann, wenn Feierlichkeiten oder besondere Anlässe auf dem Plan stehen.


Leben mit mehr Selbstwertgefühl, Haarausfall, ausbleibender Periode, reiner Haut und ohne Celluite
Vielleicht ist es überzogen, von einem neuen Leben zu sprechen. Fakt ist jedoch, dass mein neues Körpergewicht viele wesentliche und langfristige Veränderungen mit sich gebracht hat, die mindestens genauso positiv wie auch negativ sind. Veränderungen, denen ich mir nicht bewusst war. Meist wurde ich völlig überraschend mit ihnen konfrontiert. In erster Linie denke ich dabei an den enormen Haarausfall, der mich plagt. Nicht nur das: meine Haare sind feiner und dünner denn je, sehr undicht und fransig. Habe ich überhaupt noch Haare auf dem Kopf? Abgesehen von denen, die unecht sind? Ich habe mich richtig doll erschrocken, als ich das letzte Mal beim Friseur war. Beinahe zeitgleich ist mir aufgefallen, dass meine Periode seit längerer Zeit ausbleibt, was zu einem panischen Anruf beim Frauenarzt geführt hat. Man sagte mir zwar, dass es nach einer starken Gewichtsabnahme immer vorkommen kann, dass die Periode ausbleibt, beruhigt hat es mich dennoch nicht komplett. Sollte meine Periode nicht einsetzen, werde ich sicher bald noch einmal Rücksprache mit meiner Ärztin halten. Positiv ist mir dagegen aufgefallen, dass meine Haut seit meiner Ernährungsumstellung sehr viel reiner geworden ist und ich seit der Akne im Dezember 2017 kaum große Beschwerden hatte. Weder Pickel noch ölige Haut haben mich geplagt. Umso anfälliger ist mein Körper aber gleichzeitig für Unreinheiten geworden, sobald ich Schokolade und Fast Food esse. Ich habe immer noch große Probleme meine eigene Kleidergröße einzuschätzen. Ich greife ständig zu den größeren Größen und ärgere mich jedesmal neu darüber, dass ich wieder alles zurückschicken oder zurückgeben muss. Aktuell trage ich Kleidergröße 34/36 bzw. XS/S. Der wohl schönste und beste Nebeneffekt: ich habe deutlich weniger Cellulite. Jaja, ich weiß, dass eine Abnahme (eigentlich) keinerlei Einfluss auf Cellulite hat. Teilweise kann das Abnehmen Cellulite sogar verschlimmern. Und doch bin ich davon überzeugt, dass meine Haut am Po und an den Schenkeln weniger dellig, fast etwas knackig und ungewohnt straff geworden ist. (Das kann allerdings auch garan liegen, dass ich nun wesentlich mehr Wasser trinke. Ich trage gerne einen Bikini, kurze Röcke und kurze Hosen und mache mir keine Gedanken darüber, was die Leute von mir denken. Ein unheimlich schönes Gefühl! Ich habe keinerlei Komplexe und bin zu 100% zufrieden mit meinem Körper. Dass ich das einmal sagen werde - wahnsinn!

Essen ohne Jojo-Effekt: Wie kann das funktionieren?
Eine Frage, die ich seit meiner Abnahme sehr häufig gestellt bekomme. Wichtig zu wissen ist an dieser Stelle, dass ich sehr schnell entschieden habe, mich dauerhaft Low Carb zu ernähren und nicht nur im Zeitraum meiner Abnahme. Zum Einen, weil ich mich gut und fit fühle. Zum Anderen, weil ich mit dieser Art von Ernährungsumstellung problemlos leben kann und zu 100% konform damit bin. Das hat mir die Zeit nach Erreichen meines Wunschgewichtes natürlich um einiges erleichtert. Davon abgesehen, dass ich all die Monate nicht meine Ernährung umgestellt habe, um danach sofort wieder in alte Muster zu rutschen. Das wäre, offen gesagt, ziemlich dumm und war auch auch gar nicht Sinn und Zweck der Sache. Im Laufe der Zeit habe ich also viele Rezepte entdeckt, die ich regelmäßig zubereite und in meinen Wochenplan integriert habe. Ich ernähre mich natürlich nicht im selben Ausmaß kohlenhydratearm, wie es während meiner Abnahme der Fall war. Immerhin möchte ich mein Gewicht halten und nicht weiter minimieren. Und trotzdem achte ich bewusst darauf, die Zufuhr von Kohlenhydraten relativ gering zu halten. Das bedeutet nicht, dass ich jedes Lebensmittel, das Kohlenhydrate enthält, nicht esse oder direkt verweigere. Wichtig ist mir lediglich, dass meine Ernährung nicht mehr so stark von Kartoffeln, Reis, Nudeln und co. geprägt ist, wie es zuvor immer der Fall war. Ich bin also wirklich froh, dass mir die Ernährung nach Low Carb Prinzip so gut gefällt, schmeckt und auch leicht fällt. Das erspart mir in jedem Fall harte Kämpfe gegen den lästigen Jojo-Effekt, mit dem viele Frauen konfrontiert werden. Deswegen an dieser Stelle der Tipp: eine Gewichtsabnahme/Diät sollte immer genau so gestaltet sein, dass sie auch langfristig gut umsetzbar und mit dem eigenen Alltag vereinbar ist. Mittlerweile kann ich mir gar nicht mehr vorstellen nach meinen alten Essgewohnheiten zu leben. Low Carb war für mich also definitiv die richtige Entscheidung. Das allein ist aber natürlich nicht der Schlüssel für dauerhaften Erfolg auf der Waage. In jedem Fall ist Eigeninitiative gefragt.


ausgewogene Ernährung: ein gesundes Mittelmaß finden
Insgesamt lebe ich immer noch nach den Prinzipien der letzten Monate: wenig Zucker, low carb, viel Obst und Gemüse, frisch kochen und viel Wasser trinken. Ich wollte eine Ernährung, die es mir möglich macht zu sündigen, wann auch immer ich es möchte, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Letztendlich besteht die Kunst also darin, ein gesundes Mittelmaß zwischen gesunder Ernährung und all den Versuchungen zu finden, die uns im Alltag und überall woanders begegnen. Ich habe mich nach monatelangen und konsequenten Verzicht auf Schokolade, Chips, Fast Food und co. ganz vorsichtig an genau solche Lebensmittel herangewagt und schnell festgestellt, dass eine Portion Pommes oder ein Eis nicht direkt zwei Kilo mehr auf der Waage bedeuten. Nur soll es eben nicht zur Gewohnheit werden. Das ist das A und O. Es ist ok für mich, einen Tag lang komplett "reinzuhauen", wenn ich mir bewusst bin, dass ich an den anderen Tagen der Woche wieder konsequent gesund, low carb, möglichst zuckerfrei und frisch esse. Ebenso habe ich damit begonnen, in meine zuvor sehr strenge Low Carb Ernährung Lebensmittel zu integrieren, die reich an Kohlenhydraten sind: Pizza, Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln. Kohlenhydrate sollen nach wie vor nicht Hauptbestandteil meiner Ernährung sein. Ich habe es mir viel mehr zum Ziel gemacht, Kohlenhydrate bewusst und in Maßen zu konsumieren, nicht zu verzichten, aber auch nicht übermütig zu werden. Ich habe beobachtet, wie sich mein Essverhalten auf mein Gewicht auswirkt. Bewegung ist ebenso ein großes Thema. Es muss kein langes Workout sein. Mir ist es wichtig, dass ich „nur“ so viele überflüssige Kalorien zu mir nehme, wie ich auch verbrauchen kann. Das beutetet also: Bewegung, ganz egal wie, ist immer gut. Dafür gönne ich mir auch gerne ein Eis. An Tagen, an denen ich mich weniger bzw. gar nicht bewege, versuche ich dafür konsequent gesund zu essen. Verdauungsspaziergänge sind jederzeit eine gute Idee. Alles ist besser, als auf der faulen Haut zu liegen. Ich hatte schon lange kein Völlegefühl mehr gespürt und bin nicht traurig darüber. Magen-Darm-Störungen gehören seit längerer Zeit der Vergangenheit an. 


Das alles klingt wahrscheinlich super spießig, kontrolliert und streng. Ich versichere euch jedoch, dass eine Ernährungsumstellung dauerhaft Erfolg hat, wenn ihr zu 100% konform damit seid. Alles andere wird unter'm Strich nur mit einem Jojo-Effekt quittiert. Ich habe einen Weg gefunden, mich dauerhaft gesund, kohlenhydratearm und ausgewogen zu ernähren, ohne auf etwas verzichten zu müssen oder zu hungern. Die Einen loben Low Carb Ernährung in den Himmel, die anderen verteufeln sie. Wichtig ist, dass der Weg, den ihr wählt, der richtige für euch ist und nicht für andere.

Alles Liebe für Euch, Mareike ♡

Kommentare:

  1. Deinen Beitrag finde ich toll! Du schreibst einfach so ehrlich und ich muss dir auch ganz ehrlich sagen, dass ich gestern in deiner Insta-Story auch dachte, hast du jetzt nochmal abgenommen?! Ich finde, dass deine Figur richtig toll ist und es ist spürbar, dass du dich wohl fühlst. Das ist doch schließlich die Hauptsache. Aber der Grad (egal, ob in zu dünn oder zu dick) ist eben immer schmal, von daher hatte ich auch schon etwas Sorge. Aber ich denke, es liegt doch noch alles im Rahmen. Mich inspirierst jedenfalls immer wieder und ich freue mich sehr für dich, denn so ein Körpergefühl ist doch toll! Die Periode wird schon wiederkommen, es braucht nur Zeit. Aber eine Untersuchung schadet sicher nicht. :) Alles Liebe für dich ♥

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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  2. Bei Gewichts-Kommentaren muss man natürlich anmerken: Du bist gewichtsmäßig an der Untergrenze des Normalgewichts, und für andere ist es natürlich nicht zu erkennen, ob du einen BMI von 18 oder 19 hast - wenn sich nahe Menschen da sorgenvoll äußern, finde ich das ebenso okay, wie wenn sich nahe Menschen sorgenvoll zum Übergewicht äußern. Nota bene: Wenn _irgendjemand_ (der einem nicht nahe steht - und auch nicht der Hausarzt ist) sich dazu äußert, finde ich das nicht mehr okay! Erschreckend finde ich Berichte von Abnehmenden, die schon mit noch deutlichem Übergewicht, teils noch um die 100 kg, sorgenvolle "Aber langsam reichts doch!"-Kommentare bekommen ...

    Ich wundere mich immer, dass es tatsächlich Menschen gibt, die den Jojo-Effekt als etwas anderes als "Nach der Diät wieder reinhauen wie vorher" betrachten, als mystisches Phänomen - es ist doch völlig klar, dass eine nur zeitweilige Ernährungsumstellung auch nur zeitweilige Ergebnisse bringen kann?

    Jedenfalls: Ich finde deine Abnahme großartig, bin ja selbst noch auf dem Weg. Demnächst steht der Sommerurlaub mit Freunden an, für die Zeit nehme ich mir nur "Gewicht halten" vor, da abnehmen zu wollen erscheint mir als Selbstkasteiung ;)

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