Meine erste eigene Wohnung: Gedanken, Gefühle und Ängste

29.05.2018
Wenn ihr diesen Beitrag lest, dann sind bereits drei Tage seit dem Einzug in meine erste eigene Wohnung vergangen. So sehr ich mich auch auf Tag x gefreut habe, so sehr habe ich mindestens auch gelitten. Mein Elternhaus zu verlassen, hat mich mit fast 24 Jahren unheimlich viel Mut und Überwindung gekostet. Ein emotionales Auf und Ab, in das sich sicherlich jede Person, die bereits von zu Hause ausgezogen ist, hineinversetzen kann. Dazu kommt, dass die Umstände, die meine Familie und mich aktuell begleiten, nicht die einfachsten sind. Hier ist ein kleiner Einblick in meine Gedanken und Gefühle. Ich spreche über meine Ängste, Finanzen, das Alleinesein und die Entfaltung meiner eigenen Persönlichkeit.


1. Ich werde alleine und einsam sein. 
Dieser Gedanke war es tatsächlich, der mich so lange daran gehindert hat von zu Hause ausziehen. Ich konnte und wollte beim besten Willen nicht loslassen. Ich hatte alles, was ich brauchte: einen sicheren Parkplatz für mein Auto, einen Garten mit Terrasse, ein schönes Zimmer. Die Liste könnte ich noch endlos weiterführen. Vor allem aber hatte ich meinen Bruder, meine Eltern und meine Großeltern. Ich habe das Leben in unserem Mehrgenerationenhaus immer sehr genossen, so nervenaufreibend es manchmal auch war. Während andere Menschen in meinem Alter ihre Uanbhängigkeit feiern, sprühe ich vor lauter Glückseligkeit, wenn meine Familie an meiner Seite ist. Wann auch immer ich etwas auf dem Herzen hatte: einer von ihnen war immer im Haus. (Oh Gott, ich weine gleich...) Mit dem Einzug in meine eigene Wohnung schließt sich diese Tür. Nun ja, nicht ganz. Meine Familie wird natürlich nicht weniger für mich da sein. Und vielleicht werden wir die gemeinsame Zeit dadurch nur noch mehr genießen, als wir es sowieso schon tun. Sie alle sind nun leider nicht mehr 24/7 an meiner Seite. Niemand, dem ich eine gute Nacht wünschen kann. Niemand, der auf mich wartet, wenn ich nach Hause komme. Ja, ich habe unheimlich Angst davor, alleine und einsam zu sein. Dieses Gefühl, nach Hause zu kommen und Leere zu spüren. Der Kontrast ist einfach zu groß. Niemand kann mir diese Angst nehmen. Und doch bin ich mir bewusst, dass dieser Schritt Teil des Erwachsenwerdens ist. Letztendlich glaube ich, dass das Loslassen und Alleinesein ein Teil meines Lebens ist den ich lernen muss, denn "nur wer alleine glücklich ist, kann es bekanntlich auch zu zweit sein".

2. Ich werde die Nähe zu meiner Familie verlieren. 
Meine Familie ist natürlich nicht aus der Welt. Fast genau 2000 Meter liegen zwischen meiner eigenen Wohnung und meinem Zuhause, meiner Familie, meinen Herzensmenschen. Ich kann zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto fahren. Nichts, was nicht zu bewältigen ist. Und doch Entfernung genug, um die Nähe zu meiner Familie zu verlieren, keinen "Anschluss" mehr zu haben, weniger erreichbar und greifbar zu sein. Zumindest sind genau das meine Ängste. Ich werde immer die Schwester meines Bruders, die Tochter meiner Eltern und die Enkeltocher meiner Großeltern sein. Niemand kann uns das innige Verhältnisse nehmen, das sich über Jahre hinweg aufgebaut hat. Ich bin mir allerdings auch bewusst, dass sich alles irgendwie verändern wird. Wie genau, wird sich noch früh genug zeigen. Ich habe fest geplant, mindestens einmal in der Woche nach Hause zu fahren. Allein meinem Opa wegen. Meine Oma hätte es ebenso gewollt und sich sehr darüber gefreut... Gleichzeitig wird meine Familie oft bei mir zu Besuch sein. Aber, naja, ich möchte nichts verpassen. "Quality Time" bekommt dabei eine ganze besondere Bedeutung, so blöd dieser Ausdruck auch klingt. Unsere Mutter-Tochter-Abende, die guten Gespräche, das Rumalbern, der Austausch mit meinem Bruder und die gemeinsamen Familienurlaube sind durch meinen Auszug nicht automatisch abgeschafft. Trotzdem begleitet mich die große Angst, etwas zu verpassen, nicht immer mitten im Geschehen sein zu können und besondere Momente zu verpassen. Während meine Familie zu Hause beieinander sitzt und über eine bestimmte Situation herzlich lacht, werde ich in meiner Wohnung sein, alleine, und nicht mitlachen können. Versteht ihr, was ich meine? Es sind eben die kleinen Momente...


3. Ich schaffe das nicht.
Ein Punkt, der mich in den letzten Monaten trotz jeder Art von Kostenrechnung arg beschäftigt hat. Jede Gleichung, so umfangreich sie auch war, ist aufgegangen und doch hatte ich Sorge, dass mir sämtliche Kosten über den Kopf wachsen könnten. Ich bin, was Geld betrifft, sehr kontrolliert und genau. Kosten, die mein persönliches Budget übersteigen, erlaube ich mir nicht. Ein Hoch auf meine Eltern und Großeltern, die mir das Sparen lehrten. Mein Leben wird nun ein ganz anderes sein. Ich werde feste Ausgaben haben, auf Dinge verzichten - und trotzdem ein erfülltes Leben haben, da bin ich mir sicher. Nur eben auf eine andere Art und Weise mit weniger (Online)Shopping und Käufen, die absolut überflüssig und nicht notwendig sind. Das ist vollkommen ok, auch wenn die Umgewöhnung wahrscheinlich meine gesamte Aufmerksamkeit fordern wird. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich mit meinem Gehalt in den letzten Jahren sehr gut gelebt habe, ganz ohne Miet-, Strom- und Nebenkosten und allem, was sonst noch dazugehört. Nun ist es an der Zeit, andere Prioritäten zu setzen. Es erklärt sich von selbst, dass ich sämtliche Kosten für meine Wohnung alleine trage, ohne jegliche Unterstützung meiner Familie oder Außenstehende. Ich habe meine Wohnung mit neuen Möbeln eingerichtet, in kleine Geräte für die Küche investiert, eine Mietkaution gezahlt und dabei einzig und allein auf meine eigenen Ersparnisse zurückgreifen können, worauf ich sehr stolz bin. Mehrere tausend Euro, die ich ohne Unterstützung leisten wollte und konnte. Von nun an zahle ich monatlich Miete mit allem, was dazu gehört. Ein Unterschied von Tag und Nacht. Kein Vergleich zu dem Leben, das ich zu Hause geführt habe. Ein Leben im Luxus quasi, in dem meine einzige Sorge war, dass ein Produkt meiner Wunschliste ausverkauft sein wird, wenn ich es kaufen werde ;) (Ihr erinnert euch?) Und wahrscheinlich wäre ich auch etwas naiv, wenn ich mir keine Gedanken um alles Finanzielle machen würde.

4. Ich werde diesen Schritt schnell bereuen.
Fehler machen. Eine Eigenschaft, die mir mein Perfektionismus nicht erlaubt. Ich denke über alles, was ich mache und tue, mindestens drei Mal nach und setze einen Schritt erst dann vor den nächsten, wenn ich mir absolut sicher bin. Dementsprechend groß ist meine Sorge, dass ich das Ausziehen schnell bereuen werde. Dass ich mich vollkommen überschätzt und viel zu überstürzt gehandelt habe. Dass ich ganz tief in meinem Innersten doch noch nicht bereit war und diese Gefühle irgendwann in mir hochkochen. Und wie gesagt: die Umstände, unter denen ich mein Elternhaus verlassen habe, waren nicht die besten. Niemand konnte ahnen, was passieren wird und doch hatte ich ein unheimlich schlechtes Gewissen, als ich am Samstag von zu Hause ausgezogen bin. Nach dem Tod meiner Oma war ich in Thailand, unmittelbar danach habe ich meine neuen Job begonnen und nun bin ich von zu Hause ausgezogen... So viel ist passiert. Ich verspürte dabei das unangenehme Gefühl, meine Familie mit all ihrer Trauer im Stich zu lassen. Und dann wiederum erinnere ich mich daran, dass meine Oma gewollt hätte, dass ich selbstständig werde und an meinen persönlichen Wünschen und Zielen festhalte. Sie hätte mich niemals aufgehalten, sondern gestärkt und unterstützt. Das ist der einzige Trost, den ich innerlich spüre. Uff, ich wollte eigentlich nicht weinen... ;)
Ich gebe zu, dass alle negativen Gedanken in meinem Kopf oft überwogen haben. Meine erste eigene Wohnung - ein wichtiger Lebensabschnitt, der mein Innerstes zu 100% beansprucht hat. Es gab kaum eine Minute, in der ich mich nicht meinen Gedanken, Gefühlen und Ängsten rund um das Ausziehen gestellt habe. Das war vor allem deswegen so wichtig, um alles Positive daran zu keiner Zeit zu übersehen:


1. Entfaltung der eigenen Persönlichkeit
Ich bin mir ganz doll sicher, dass meine eigene Wohnung (so sehr sie mich zu Beginn auch herausfordert) weiterentwickeln und voranbringen wird. Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben und strebt stetig nach mehr. Es wird vielleicht nicht immer einfach oder angenehm sein. Und trotzdem werde ich irgendwann ankommen, mich gut fühlen und dabei natürlich immer an meine sorgenlose, glückliche Kindheit/Jugend in meinem Elternhaus zurückdenken. Diese wohlbehütete, in Watte gepackte Phase meines Lebens ist vielleicht abgeschlossen, aber dadurch nicht automatisch vergessen oder ausgelöscht. Ich bin eine erwachsene Frau geworden, die sich mit ihrer eigenen Wohnung in ihrer Persönlichkeit ganz anders - vielleicht sogar besser - entfalten und weiterentwickeln kann. Ich habe es mir im Laufe der Jahre zur Aufgabe gemacht, niemals stehen zu bleiben, sondern immer weiter zu gehen. Dass ich bei meinen Eltern gewohnt habe, hätte mich auf Dauer wahrscheinlich nur auf meinem eigenen Weg aufgehalten. Ganz egal, wie wohl ich mich auch gefühlt habe. Letztendlich kann mir meine Familie nicht das geben, was ich für ein erfülltes Leben benötige: Erwachsenwerden mit Höhen und auch Tiefen. Eine Erkenntnis, mit der ich mich in der Vergangenheit noch sehr lange auseinandergesetzt habe.


2. Mehr Freiräume und Möglichkeiten
...und unter'm Strich überwiegt natürlich auch die Freude auf alles, was von nun an mit einer eigenen Wohnung möglich ist: die uneingeschränkte Gestaltung in Räumen, mehr Wohnfläche oder überhaupt eine größere Wohnfläche, ein eigener Haushalt, deutlich mehr Privatsphäre. Ich kann Freunde und Familie empfangen, ohne mich dabei auf ein paar wenige Quadratmeter "beschränken" zu müssen. Es ist vollkommen egal, ob ich abends um 22:00 Uhr oder morgens um 05:00 Uhr die Spülmaschine ausräume. Das Bad gehört mir ganz allein, ohne dass ich Rücksicht auf meine Familie nehmen muss. Ich kann einkaufen gehen und muss keine Sorge haben, dass mein Bruder mein Ben & Jerrys Eis isst ;) Natürlich muss ich von nun an auch sehr viel mehr sauber halten als mein kleines Zimmer. Witzigerweise ist aber genau dieser Fakt etwas, worauf ich mich am meisten freue. Putzen mit allem, was dazu gehört, anschließend erschöpft auf das Sofa fallen, Netflix starten und Serien gucken. Faul sein, ohne belehrt zu werden, welche Pflichten noch zu erledigen sind. Am Wochenende lange schlafen, ohne vom Staubsauger wach zu werden, der gegen die eigene Zimmertür stößt ;) Meine Wohnungstür schließen können und dann auch wirklich Ruhe zu haben.

3. Lebenserfahrung sammeln
Ein Aspekt, der mir im Gespräch mit meiner Cousine positiv aufgestoßen ist. Die erste eigene Wohnung, ganz alleine, ohne Familie, Freunde oder Partner, bietet genügend Möglichkeiten für die eigene freie Entfaltung, wie es mit einem Mitbewohner vielleicht gar nicht möglich wäre. Letztendlich ist es doch so, dass der Mensch ein "Rudeltier" ist, stets im Kampf gegen die Vereinsamung. Das Alleine sein wird gescheut und Zuflucht gesucht. Wir ziehen zum Studieren und Lernen aus. Also immer dann, wenn es der Verlauf des Lebens erforderlich macht. Es werden Wohngemeinschaften gegründet, Wohnheime bezogen oder eine Wohnung mit dem eigenen Partner gemietet. Die bewusste Entscheidung für das Alleine sein bietet dagegen unheimlich viel Raum für Lebenserfahrung, Entfaltung und Verwirklichung. „Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste.“, sagte einst Hans Krailsheimer. Ich stoße vielleicht an meine eigenen Grenzen, wachse dabei aber auch mit meinen Erfahrungen. Es gibt niemanden, auf den ich mich verlassen kann - außer auf mich selbst. Ich werde vollkommen neue Seiten an mir entdecken, mich weiterentwickeln und später (hoffentlich) zu meinen Kindern sagen: Ich bin mit 23 Jahren in meine erste eigene Wohnung gezogen und hatte eine verdammt coole Zeit.



Ich bin die Letzte, die euch zum Ausziehen in eine eigene Wohnung überredet, weil ich die Erste bin, die euch eine Liste von Vorteilen nennt, wenn es um das Wohnen Zuhause, im Elternhaus oder wo auch immer, geht. Mir hat es zu keiner Zeit an irgendetwas gefehlt. Und doch habe ich gelernt, dass manche Schritte im Leben wichtig sind, damit man vorankommt, sich weiterentwickeln und neue Herausforderungen annehmen kann. Ja, das Erwachsenwerden ist teilweise schlimmer als Pubertät, aber irgendwie auch so viel aufregender.

Alles Liebe für Euch, Mareike ♡

20 Kommentare:

  1. Dein Beitrag ist so schön und so ehrlich. Ich finde mich gerade im ersten Part wieder. Für mich war es damals auch sehr schwer und selbst heute, ist es manchmal schwer, von meinen Eltern loszufahren und sie nicht immer direkt um sich zu haben. Aber dennoch ist es auch schön, für sich zu sein. Die Einsamkeit lässt sich mit tollen Unternehmungen ganz gut aushalten und manchmal genieße ich sie sogar. :) Ich wünsche dir jedenfalls eine gute Zeit. ♥ Du wirst dich schon einfinden. :)

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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  2. Toller Beitrag, so schön und ehrlich. Ich bin zwar nicht alleine in eine Wohnung gezogen, trotz allem habe ich besonders im ersten halben Jahr viel an unserer Beziehung gezweifelt, da ich nun mein komplettes Leben rund um einen Menschen aufbaute. Wir haben diese Krise gemeistert und sind glücklich mit unserem gemeinsamen Leben. Ich habe vor allem die tollen Mutter/Tochter Gespräche vermisst, da meine Eltern aber nur ca. 10 Minuten entfernt wohnen komme ich immer wieder mal nur schnell auf einen Kaffee oder Kuchen vorbei um die Zeit mit ihnen zu verbringen.

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  3. Toller Beitrag. Ich werde zwar auch nur 500m Luftlinie von zuhause Wegwohnen aber Trotzdem ist es ein Merkwürdiges Gefühl. Für mich ist die Familie nunmal auch was Besonderes. Ich danke dir für diesen schönen Beitrag und das sage ich als Mann :)

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    1. Oh, klasse! Willkommen auf meinem Blog :-) Der Anteil männlicher Leser auf meinem Blog ist recht gering, deswegen freue ich mich einmal mehr über Dein liebes Kommentar :-) Alles Gute für Dich!

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  4. Hallo Mareike!

    Meine Tochter (19) zieht nächste Woche in ihre erste eigene Wohnung und ich finde Deinen Beitrag auch wunderschön. Der ist zwar schon von 2018, aber trotdem großartig geschrieben. :-)

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    1. Vielen Dank für das tolle Feedback!!! :-) Ich wünsche Deiner Tochter von Herzen alles Gute für diesen neuen Lebensabschnitt :-)

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  5. Ich bin in der selben Situation wie du. Ich ziehe in meine erste eigene Wohnung, aber die Angst ist bei mir leider stärker als die Freude. Ich habe Angst alleine zu sein. Wenn ich morgens immer aufgewacht bin hat schon unser Hund sehnsüchtig darauf gewartet das ich mit ihm spazieren gehe. Mein Vater war auch immer da und jetzt weiß ich das ich morgens aufwache und niemand da ist, ich bin komplett alleine. Da ich 90km von zuhause wegziehen werde muss ich auch meine Freunde zurücklassen. Ich tue mich etwas schwer damit neue Menschen kennenzulernen und in einem neuen Ort wo ich niemanden kenne wird es für mich eine unüberwindbare Hürde. Ich hoffe das ich mich noch wohlfühlen werde aber ich denke die ganze Zeit: Was wenn nicht?

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    1. Lieber Dennis, vielen Dank für Dein Kommentar!

      Ich glaube, dass die Kunst darin liegt, vollkommen neue Momente, Gewohnheiten und Abläufe zu schaffen. Gebe Dir die Zeit, die Du brauchst. Die ersten Wochen werden bestimmt schwer und eine große Herausforderung, die Du dennoch annehmen und nutzen solltest. Alles wird gut. Es ist nicht alles Schlecht, nur eben neu und ungewohnt. Dadurch überkommt Dich vielleicht ein Gefühl von großer Unsicherheit. Das ist ok. Dein Zuhause bei Deinem Papa und Deinem Hund wird immer Dein Zuhause bleiben, egal wie weit entfernt Du bist.

      Und wenn es nicht gut wird und Du merkst, dass Du Dich absolut nicht wohlfühlst, dann ziehst Du wieder zurück. Das ist das Schöne an Familie und Zuhause: Man kann immer wieder zurückkehren; man wird aufgefangen, unterstützt und geliebt.

      Bis dahin solltest Du es aber unbedingt probieren. Für diesen neuen Lebensabschnitt wünsche ich Dir von Herzen alles Gute.

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  6. Danke für die aufmunternden Worte auch wenn es sich für mich noch nicht richtig anfühlt, werde ich versuchen der ganzen Situation Zeit zu geben. Aber dennoch habe ich große Sorgen und Ängste.

    Liebe Grüße

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  7. Danke für die aufmunternden Worte auch wenn es sich für mich noch nicht richtig anfühlt, werde ich versuchen der ganzen Situation Zeit zu geben. Aber dennoch habe ich große Sorgen und Ängste.

    Liebe Grüße

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  8. Vielen Dank für deinen ehrlichen Bericht und die Einblicke in dein Inneres! Ich ziehe in ein paar Wochen mit 25 Jahren von zu Hause aus und habe bisher fast nur die positiven Seiten gesehen. Durch meinen großen Freiheitsdrang und die Lust mein Leben 100% zu gestalten, war bisher fast nur Vorfreude da. Jetzt, wo der Termin der Schlüsselübergabe steht und ich weiß, dass es nur noch wenige Wochen sind, bis sich mein Leben KOMPLETT verändert, steigt eine große Trauer in mir hoch, mit der ich ehrlich gesagt nicht gerechnet habe. Da tat dein Bericht richtig gut. Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Stephan

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    1. Lieber Stephan,

      ich danke Dir für Dein Kommentar und Deine Offenheit! Ich denke, dass Du in der nächsten Zeit noch einige Auf's und Ab's erleben wirst. Letztendlich wird es aber für Dich die richtige Entscheidung sein. Vor allem auch, weil Du schreibst, dass Du einen großen Freiheitsdrang hast.

      Ich wünsche Dir alles Gute!

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  9. Vielen lieben Dank für deinen so ehrlichen Bericht über deine Gedanken und Gefühle zu dieser Zeit! Auch wenn mein Familienleben nicht gerade das schönste ist, so kann ich mir dennoch sehr lebhaft vorstellen was du meinst, es nachempfinden. Besonders den Part des Alleinseins. Ich bin es gewohnt, dass jemand Zuhause ist wenn ich aufstehe oder jemand auf mich wartet wenn ich nach Hause komme. So nervig das zuweilen auch sein mag Rücksicht auf die anderen zu nehmen weil sie früh zur Arbeit müssen, wenn das wegfällt und sich mir hinter der Wohnungstür eine drückende Stille auftut...ja was dann, wie gehe ich damit um? Die Frage stelle ich mir häufig. An sich bin ich ja doch ein sehr geselliger Mensch.
    Gut, sofort wird sich die Einsamkeit nicht einstellen, denn ich ziehe in wenigen Wochen zwar über 300km weit fort, jedoch vorübergehend zu meinem engsten Freund wenn ich die Ausbildung dort tatsächlich bekomme ;)
    Von ihm aus suche ich mir in der neuen Stadt dann eine eigene kleine Wohnung, Zuhause raus muss ich ohnehin schon lange wenn man es genau nimmt, die Beziehung zu meiner Familie ist leider seit Ewigkeiten sehr toxisch.
    Aus Erfahrung weiß ich aber auch, dass wir uns entfernt voneinander näher sind, also hat die Sache doch auch was gutes, neben vielen anderen Dingen.
    Ich muss endlich über meinen Schatten springen, auch wenn die Angst davor allein in der großen weiten Welt zu stehen nicht gerade klein ist, milde gesagt. xD
    Ich freue mich trotz meiner Ängste auf den Auszug, auch wenn der dabei drohende Streit mit der Familie die Stimmung trübt.
    Wenn das erstmal geschafft ist habe ich die Chance mich frei zu entfalten, das glaube ich wirklich und ich denke auch, dass mir der Sprung leichter fallen wird durch meinen Freund an meiner Seite.
    Mit meinen fast 22 Jahren wird es Zeit für Selbstbestimmung und Veränderungen wie diese, sonst stecke ich weiterhin fest fürchte ich.
    Dein Bericht macht Mut dazu die Sache durchzuziehen, es tut gut zu lesen, dass die eigenen Bedenken auch andere Menschen durchaus kennen und es dennoch geschafft haben.
    Wer will, der kann.
    Das lese ich daraus, danke dafür ;)

    Liebe Grüße
    Joanna

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  10. Danke für Deinen Bericht. Ist zwar schon eine Weile her, aber ich fühle heute ähnlich wie Du damals. Mein Umzug steht kurz bevor und ich fühlte mich bis eben ziemlich allein mit meinen Gefühlen. Es hilft aber tatsächlich etwas zu wissen, dass man mit seinen Ängsten nicht allein ist und es ganz vielen so geht wie mir. Mit 23 Jahren bin ich, zumindest in meinem Umfeld, ein ziemlicher Spätzünder in Sachen Auszug. Und trotzdem breche ich seit zwei Tagen immer mal wieder in Tränen aus. Aus Angst vor Veränderungen. Vorher habe ich nur die positiven Seiten gesehen, plötzlich sehe ich nur noch die negativen. Ich hoffe, meine Ängste in den Griff zu kriegen.

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  11. Ich danke dir so sehr für diesen Beitrag. Ich bin 18 Jahre alt und diese Woche von Zuhause ausgezogen. 4 km liegen zwischen meinen Eltern und mir und ich habe mich so sehr auf meine eigene Wohnung gefreut. Seit einer Woche sind wir mit dem Umzug beschäftigt und so langsam ist ein Ende in Sicht. Ich habe einen Job gefunden ( eine sehr anstrengende Zeit von 6 Wochen für mich bis ich einen Vertrag in der Hand hielt) und mit dem Unterzeichnen des Vetrags sind die ganzen 6 Wochen hochgekommen, natürlich auch die Ängste wenn es ums Alleinewohnen geht. Deine Worte haben mir gerade vor Augen geführt, dass es zwischen all der Angst auch wunderschöne Aspekte am Alleinewohnen gibt und ich mir selbst etwas Zeit lassen muss, um mich mit meiner neuen Lebenssituation zu arrangieren. Deinen Beitrag werde ich mir markieren, so dass ich ihn immer wieder lesen kann. Danke danke danke und fühl dich gedrückt!

    -Mitch

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  12. Schöner Text, danke dafür.

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  13. Liebe Mareike, ich bin in einer ähnlichen Situation wie du damals. Ich bin am Wochenende mit meiner Freundin in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen. Die Zeit von der Wohnungssuche bis hin zum besagten Wochenende war sehr aufregend und sehr schön. Doch jetzt fühlt es sich auf einmal alles so "falsch" an. Nicht dass ich meine Freundin nicht lieben würde oder dass ich mich nicht auf die Zeit mit ihr freuen würde, aber die Zweifel kommen im Moment doch sehr in mir hoch. Ich habe am meisten Angst davor, dass ich die Momente mit meinen Eltern (die Spaziergänge, das gemeinsame Kochen, die Gespräche) nie wieder haben werden auch wenn ich weiß, dass das absoluter Schwachsinn ist. Die letzten (Corona-) Monate haben meine Eltern und mich nochmal mehr zusammengeschweißt und diese 180° Kehrtwende lässt mich jetzt sehr traurig werden.
    Ich kann im Moment auch gar nicht sagen, ob ich nicht noch länger bei meinen Eltern geblieben wäre, wenn es nicht diesen gesellschaftlichen Druck gäbe (da ich schon zwischen 25 und 30 bin wird es ja wirklich Zeit für den Auszug).
    Ich hoffe, dass es mit der Zeit besser wird. Meine Eltern haben mir auch versichert, dass es alles mit Netz und doppeltem Boden ist, sie unterstützen mich bedingungslos.

    Ich danke dir und den anderen Kommentatoren für das ehrliche Feedback.

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    1. Lieben Dank für Dein Kommentar und für Dein ehrliches Feedback.

      Zweifel sind vollkommen ok. Gebe Dir die Zeit, die Du brauchst. Ein Umzug (wenn es dann auch noch der Umzug in die erste eigene Wohnung ist) ist schließlich mit vielerlei Veränderungen verbunden. Du wirst sehen: Es wird sich schon bald alles fügen.

      Dass Du die Unterstützung Deiner Familie hast, gibt Dir auf Deinem Weg die Sicherheit, die Du brauchst. Ich finde, dass sind tolle Voraussetzungen. Daran solltest Du unbedingt anknüpfen :)

      Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg auf Deinem weiteren Weg!

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  14. Hey ich lese deinen Beitrag zwar erst im Jahr 2022, aber ich habe genau die gleichen Ängste. Ich bin zwar nur 10 Minuten von meinen Eltern entfernt, aber jedes Mal, wenn ich meine Wohnung betrete, fühle ich mich unfassbar einsam und leer. danke für den tollen Beitrag

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  15. Leider war mein Text zu lang :)
    Fasse mich kürzer:
    Habe deinen Beitrag gerade zur richtigen Zeit gefunden :)

    Du hast ganz toll und einfühlsam auf den Punkt gebracht wie schwer es hauptsächlich Kindern aus Mehrgenerationenhaushalten fällt, alleine auszuziehen (auch wenn es nicht weit weg ist). Diese jahrelange Gemeinschaft ( selbst wenn es so wie bei meiner Familie nicht immer gut war das alle zusammen gewohnt haben), ist kaum wettzumachen... das meine ich aber nicht pessimistisch sondern nur ehrlich.

    Ich hab z.b. alles ausprobiert: 2x allein gewohnt (nicht weit entfernt von meiner Family, auch Mehrgenerationenhaushalt).
    1x habe ich mit Partner zusammengewohnt.
    Und 1x mit ner Freundin in einer WG.

    Es hatte alles was für sich und man kann sicher nicht für jeden sprechen, wenn man sagt das der Mensch doch eher dazu gemacht ist in Gesellschaft zu leben :) kenne auch Menschen die schon seit Jahren alleine wohnen und glücklich sind. Typsache.

    Ein Tipp zumindest für die, die keine andere Möglichkeit haben allein zu wohnen (es aber eigentlich nicht wollen oder Angst haben.) Wenn ihr tierlieb seid und es euch leisten könnt, holt euch ein Haustier :) ein Hund würde euch so auslasten, das kaum Zeit wäre für negative Gedanken und sie tun der Seele gut. Ich hab zurzeit 2 Katzen und mein Leben hat sich dadurch schon verändert in puncto "Einsamkeit".
    Finde schön das mal jemand so ehrlich ist und sagt wie es ist und nicht immer alles beschönigt :(

    Bin neugierig: wohnst du noch allein oder hat sich das mittlerweile verändert? :)

    Lg

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