Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Little Hollywood von Inga Hanka
Fast Abend, immer noch hell von Linea Maja Ernst
🌟🌟🌟🌟🌟
Klappentext: Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Er besitzt so gut wie nichts. Einen alten Rucksack. Geschnitzte Holzmäuse. Einen Brief, den er nicht öffnen will. Mit seinem Hund Fox kämpft er sich durch die Tage und Nächte.
Die junge, einst aufstrebende Fernsehjournalistin Alina steckt fest. Im Job und in der Angst zu scheitern. Ihre letzte Chance auf eine TV-Karriere scheint eine Reportage über das Leben auf der Straße zu sein.
Alina findet Bohm.
Rezension: Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber hat mich vom ersten Moment an neugierig gemacht: Erst sprach mich das Cover an, dann der Titel – und spätestens nach dem Klappentext wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss. Dass der Autor auch hinter Man vergisst nicht, wie man schwimmt steckt, wurde mir tatsächlich erst später bewusst.
Und was soll ich sagen? Der neue Roman konnte mich vollkommen begeistern. Anfangs war ich noch etwas skeptisch, doch ungefähr ab der Hälfte nahm die Geschichte richtig Fahrt auf und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Besonders Bohms Geschichte hat mich emotional sehr mitgenommen. Aber auch hinter Alinas scheinbar perfektem Leben steckt deutlich mehr, als man zunächst vermutet. Alina hätte als Figur für meinen Geschmack an manchen Stellen noch etwas ausgereifter sein dürfen – wobei das wirklich eher Meckern auf hohem Niveau ist. Denn insgesamt überzeugt der Roman auf ganzer Linie. Besonders hervorheben möchte ich den Schreibstil von Christian Huber: eindrücklich, nahbar und angenehm unaufgeregt, ganz ohne unnötiges Schi Schi. Genau das macht die Geschichte so authentisch und berührend. Am Ende ist Solange ein Streichholz brennt ein bewegender Roman über zweite Chancen, menschliche Schicksale und die Hoffnung darauf, dass sich manches doch noch zum Guten fügt.
Little Hollywood von Inga Hanka
🌟🌟🌟🌟🌟
Klappentext: Das echte Leben ist eine herbe Enttäuschung. Leonie, genannt Leo, will sich nach der Schule kopfüber in die Freiheit stürzen und landet stattdessen auf dem Boden der Realität. Streit mit der Mutter, Strafanzeige gegen den Vater und Ferientage mit dem kleinen Bruder, statt ein Sommer mit Olli, der sie erst geküsst und dann sitzengelassen hat. Zum Glück gibt es »Little Hollywood«, die Videothek an der Ecke, deren einziger Nachteil Jo heißt, »Schnaps und Unfug« auf den Arm tätowiert hat und Leo jedes Mal zwingt, »Wahrheit oder Pflicht« zu spielen, obwohl sie sich doch nur in einen Film flüchten will.
Hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, sich ins Leben zu werfen und der Angst vor dem Absturz, beginnt für Leo ein unvergesslicher Sommer, in dem sie lernt, was es bedeutet, mutig zu sein.
Rezension: Mit Little Hollywood Little Inga Hanka eine wunderschöne Coming-of-Age-Story geschaffen, die mich von der ersten Seite an mitgerissen hat. Im Mittelpunkt steht Leo, die regelmäßig Filme in der Videothek „Little Hollywood“ ausleiht. Ein Ort voller Nostalgie, Erinnerungen und kleiner Fluchten aus dem Alltag. Das Buch ist eine liebevolle Hommage an die Millennials, also auch an meine eigene Generation, weshalb sich das Lesen unglaublich vertraut und nostalgisch angefühlt hat. Es erinnert an Sommerpartys mit Hits wie Summer of 69 und Baby One More Time, an Cuba Libre, Hubba Bubba und Vanille Deo. Gleichzeitig bringt die Geschichte aber auch eine gewisse Schwere mit sich, denn Leo wird in diesem einen Sommer mit ihren Träumen, ihrer Zukunft und dem Erwachsenwerden konfrontiert. Besonders spannend fand ich dabei ihre Rolle als Bindeglied der kleinen Familie bestehend aus Mutter und Bruder. In manchen Momenten hat mich das Buch daher leicht an 22 Bahnen erinnert, vor allem wegen der emotionalen Atmosphäre und der familiären Dynamik, auch wenn man beide Bücher keinesfalls direkt miteinander vergleichen sollte!
Der Schreibstil ist angenehm leicht und unglaublich flüssig, sodass die Seiten nur so dahin geflogen sind. Ab einem gewissen Punkt konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Vor allem Jo habe ich immer mehr in mein Herz geschlossen. Ich habe es geliebt zu verfolgen, welche Entwicklung Leo im Laufe der Geschichte durchmacht, wie authentisch, mutig und fürsorglich sie ist. Für mich war Little Hollywood ein emotionales, nostalgisches und zugleich nachdenkliches Buch, das ich definitiv weiterempfehlen kann.
Klappentext: An der Uni waren Sylvia und ihre Freunde unzertrennlich, jetzt haben sie Jobs, Beziehungen, manche sogar Kinder. Doch eine Sommerwoche wollen sie gemeinsam verbringen, in einem Haus am See. Im Mittsommerlicht, beim Kochen und Krebse fangen, in Gesprächen über Liebe, Queerness und das Leben, kehrt die alte Vertrautheit schnell zurück. Doch als zwei von ihnen Heiratspläne verkünden, lassen sich verborgene Sehnsüchte immer schwerer unterdrücken. Leben sie alle wirklich so frei und glücklich, wie sie es sich immer erträumt haben?
Rezension: Leider musste ich das Buch abbrechen. Durch die Vielzahl an Charakteren fiel es mir schwer, die einzelnen Personen auseinanderzuhalten und dem Geschehen dauerhaft zu folgen. Dabei fand ich die Figuren mit ihren jeweiligen Geschichten und Besonderheiten eigentlich sehr spannend. Es gibt definitiv einen roten Faden, ich persönlich konnte ihm jedoch nicht gut folgen. Besonders positiv hervorheben möchte ich das wunderschöne Setting, das eine tolle Atmosphäre geschaffen hat.
Wie immer bin ich gespannt: Kennt ihr eines der Bücher oder steht eines davon vielleicht auf eurer Wunschliste? Und wie geht ihr mit Büchern um, die euch nicht packen: durchhalten oder abbrechen? Ich freue mich sehr auf eure Meinungen! Bis bald und viel Spaß beim Lesen!
Eure Mareike
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