Ihr Lieben, mein Lesemonat März fiel dieses Mal etwas ruhiger aus als sonst... Anstrengende Doppelsitzungswochen im Bundestag haben mir schlichtweg die Zeit und oft auch die Energie zum Lesen genommen. Trotzdem habe ich es geschafft, zwei Bücher zu beenden, die beide schon seit ihrer Veröffentlichung auf meiner Leseliste standen. Entsprechend groß war meine Vorfreude.
Die beiden Geschichten hätten dabei kaum unterschiedlicher sein können, sowohl thematisch als auch in ihrer Erzählweise. Und doch haben sie eine wichtige Gemeinsamkeit: Sie haben mich auf ganz eigene Weise wunderbar unterhalten und mir trotz des stressigen Alltags schöne Lesemomente beschert. Hier kommt mein Rückblick auf meinen Lesemonat März.

🌟🌟🌟🌟,5
Das Comeback von Ella Bermann
Alles Liebe, Mareike ♥
Klappentext: MUTTER WERDEN UND FRAU BLEIBEN. Über den Spruch kann Ava nur lachen. Ihr Leben wird schon seit Jahren komplett von der Familie bestimmt. Jetzt ist sie 43, das erste ihrer drei Kinder kommt in die Pubertät und ihr Mann macht Karriere. Und Ava? Funktioniert wie auf Autopilot. Als sie den neunzehn Jahre jüngeren Kieran kennenlernt, stürzt sie sich gegen alle Vernunft in eine Affäre. Zum ersten Mal seit langer Zeit erkennt sie die Frau wieder, die sie einmal war. Aber die heile Familie für ihr eigenes Glück opfern? Die Kinder dem Tratsch in der Kleinstadt aussetzen? Das kann Ava nicht. Und doch, die Liebe zu Kieran ist echt und die Sehnsucht nach Freiheit immer noch da.
Rezension: „Ava liebt noch“ von Vera Zischke ist ein Roman, der mich wirklich sehr beeindruckt hat. Ich fand ihn ganz, ganz toll und habe mich von der ersten Seite an abgeholt gefühlt. Die Autorin startet direkt in die Geschichte, verliert keine Zeit mit langem Vorgeplänkel und schafft es dabei trotzdem, alles sehr detailliert, nahbar und umfassend zu erzählen. Dadurch entsteht sofort eine emotionale Nähe zu den Figuren, die einen durch das gesamte Buch trägt. Besonders hervorzuheben ist die Umsetzung des Age-Gap-Themas. Dieses wird sensibel, vielschichtig und realistisch dargestellt mit all seinen schönen, aber auch schwierigen Facetten. Genau diese Differenziertheit macht den Roman so lesenswert, weil er weder verklärt noch verurteilt, sondern einfach erzählt. Ein kleiner Kritikpunkt für mich waren die Zeitsprünge. Diese waren mir teilweise etwas zu groß, wodurch ich mich beim Lesen gelegentlich neu orientieren musste. Das hat meinen Lesefluss hin und wieder leicht unterbrochen, auch wenn ich insgesamt gut in der Geschichte geblieben bin. Das Ende empfand ich als fast ein wenig zu glatt. Ich hätte mir vielleicht noch etwas mehr Reibung oder Offenheit gewünscht. Dennoch hat das meinem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch getan – die Geschichte wirkt rund und stimmig.
Insgesamt ist „Ava liebt noch“ ein emotionaler, klug erzählter Roman, der lange nachhallt. Für mich steht fest: Ich möchte definitiv noch mehr von Vera Zischke lesen.
🌟🌟🌟
Klappentext: Teenie-Star Grace Turner war auf der Höhe ihrer Karriere. Aber ausgerechnet am Vorabend ihrer ersten Golden Globe -Nominierung verschwand sie. Jetzt, ein Jahr später, ist sie wieder da. Und sie will ihr Leben zurück. Doch dann bittet man sie, dem Mann, der acht Jahre lang jeden ihrer Schritte kontrollierte, den Preis für sein Lebenswerk zu überreichen. Sie begreift, dass sie nicht länger vor dem Geheimnis, das sie damals zerstörte, davonlaufen kann. Und sie ist die Einzige, die nichts zu verlieren hat.
Rezension: „Das Comeback“ von Ella Berman hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Einerseits fand ich die Thematik von Machtstrukturen, Abhängigkeiten und Schattenseiten der Filmindustrie wirklich stark und stellenweise auch sehr eindringlich erzählt. Andererseits hat mich die Umsetzung nicht vollständig überzeugt. Was für mich besonders ins Gewicht fiel: Bis das, was auf dem Klappentext angeteasert wird, tatsächlich passiert, vergeht etwa die Hälfte des Buches. Dadurch zieht sich die Handlung an vielen Stellen und wirkt insgesamt recht langatmig. Ich habe immer wieder darauf gewartet, dass die Geschichte endlich an Fahrt aufnimmt. Das bedeutet aber nicht, dass ich das Buch automatisch schlecht fand. Die Atmosphäre und die Art, wie mit Erinnerungen und Wahrnehmung gespielt wird, haben definitiv ihren Reiz. Auch die Beziehung zwischen den Figuren ist komplex und regt zum Nachdenken an. Mit der Protagonistin Grace hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich empfand sie oft als willkürlich und ambivalent, was sie zwar zu einer interessanten, aber auch schwer greifbaren Figur macht. Eine Identifikation fiel mir dadurch eher schwer. Insgesamt ist „Das Comeback“ ein Buch mit spannenden Ansätzen und einer wichtigen Thematik, das mich jedoch in der Umsetzung nicht ganz abholen konnte.
Alles in allem war mein Lesemonat zwar kurz, aber trotzdem abwechslungsreich. Für den April wünsche ich mir, wieder etwas mehr Zeit zum Lesen zu finden. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass es stark davon abhängen wird, wie fordernd die Arbeit wird. Ich lasse das also einfach mal auf mich zukommen. Jetzt interessiert mich aber brennend: Was habt ihr zuletzt beendet?
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