Lesemonate Juni bis September 2018

23.09.2018
*Die Bücher wurden mir als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt.

Stolze vier Monate sind seit meinem letzten Lesemonat im Mai 2018 vergangen, als ich gerade aus Thailand zurückgekehrt bin. Seitdem habe ich mit einer richtig fiesen Leseflaute zu kämpfen, die bisher immer noch anhält. Leider. Es gibt gute Tage, an denen ich unheimlich viel lese und dabei meine Freude am Lesen wieder entdecke. Und es gibt schlechte Tage, an denen ich mich einfach nicht aufraffen kann, ein Buch in die Hand zu nehmen, so gerne ich es auch möchte. Nichtsdestotrotz habe ich es in den letzten Monaten immerhin geschafft, vier tolle Bücher zu lesen. Diese möchte ich euch gerne zeigen. Vier Bücher, die unterschiedlicher wirklich nicht sein könnten: ein Roman, ein historischer Roman, New Adult und sogar ein Thriller sind dabei. Ich hoffe deswegen sehr, dass dieser Lesermonat interessant für euch ist.


Liebe zukünftige Lieblingsfrau - Michalis Pantelouris*
Gibt es die zweite große Liebe des Lebens? Und wie schafft man es, auf der Suche nach ihr nicht in jedes erdenkliche Fettnäpfchen zu treten? Selbstironisch, aufgewühlt und entwaffnend offen erzählt Michalis Pantelouris davon, wie man sich als alleinerziehender Vater und frischgebackener Single auf die Suche macht – eine berührende und komische Reise durch das ♡ eines erschütterlichen Romantikers.



Mein Eindruck: Ich habe das Buch zufällig in einer Buchhandlung entdeckt und mich allein durch den Klappentext sofort verbunden gefühlt. Keine Frage also, dass ich "Liebe zukünftige Lieblingsfrau" unbedingt lesen musste. Vielen Dank an die Random House Verlagsgruppe, die mir das Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Das Buch, das auf die gleichnamige Kolumne von SZ Autor Michalis Pantelouis basiert, hat nur insgesamt 208 Seiten. Ein Grund, warum ich es auch den lese faulen Menschen unter euch ans Herz legen möchte. Ein weiterer Grund ist, dass das Buch schlichtweg grandios ist. Michalis Pantelouris gibt Einblick in Gedanken, die exakt genau so auch meine sein könnten. So tiefgründig und empathisch der Autor auch schreibt, so sehr beschäftigten mich seine Zeilen selbst dann, wenn ich das Buch längst zugeklappt und beiseite gepackt hatte. "Liebe zukünftige Lieblingsfrau" hat mir einen angenehmen Lesefluss beschert, was nicht zuletzt auch an dem einfühlsamen und ehrlichen Schreibstil des Autors liegt. Ein Schreibstil, der Gedanken, Gefühle und Momente beschreibt, die den Leser zum Schmunzeln bringen, zum Nachdenken anregen und wunderbar unterhalten. Michalis Pantelouris macht sich in einer höchst emotionalen Phase seines Lebens, nach der Trennung seiner Frau, bis auf das letzte Kleidungsstück nackig und offenbart damit, was wahrscheinlich vielen anderen Menschen nach einer Trennung ebenfalls durch den Kopf geht. Ich habe mich erschreckend oft wiedererkannt und festgestellt, dass Männer und Frauen wohl doch nicht so sehr verschieden sind, wie ich angenommen habe. Applaus! Ein großartiges Buch, das jeder Mensch gelesen haben sollte, der bereits die erste große Liebe des Lebens verloren hat.

Bewertung: ★★★★


Eine unbeugsame Braut - Simona Ahrnstedt*
Illiana Henriksdotter ist entsetzt, als sie gezwungen wird, den berüchtigten Ritter Markus Järv zu ehelichen. Markus ist ein Mann des Krieges, vom Leben gezeichnet, weithin gefürchtet und das genaue Gegenteil des freundlichen Bauernsohnes, den die junge Heilerin heiraten wollte. Doch sosehr sie ihn auch verabscheut - das Schicksal hat seine eigenen Pläne. An der Seite des düsteren Ritters beginnt für Illiana eine abenteuerliche Reise, während der sie sich nicht nur einem tödlichen Feind stellen müssen, sondern auch der Tatsache, dass Hass und Liebe manchmal sehr nah beieinander liegen.



Mein Eindruck: Ich liebe Simona Ahrnstedt und ihre Bücher und wollte daher unbedingt auch ihren neusten Roman lesen. Spätestens seit den Only One Night Büchern sollte die Autorin allen Bücherfans ein Begriff sein. Sie steht für unterhaltsame Romane mit sehr ansprechenden Covers, für einen einfachen Schreibstil, der die Seiten nur so davonfliegen lässt und für Unterhaltung. Alle Eigenschaften treffen genau so auch auf "Die unbeugsame Braut" zu. Wichtig ist, dass man sich vorab bewusst ist, dass das Buch ein historischer Roman ist und im 14. Jahrhundert spielt. Eine Zeit, in der alles sehr viel skrupelloser und furchtloser war, als es jetzt im 21. Jahrhundert der Fall ist. Vergleiche sind absolut nicht möglich. Aber genau das ist es, was ich so gerne mochte: abschalten, Abstand vom Alltag nehmen und mit Illiana und Markus in eine komplett andere Welt eintauchen. Einen Stern ziehe ich (leider) ab, weil der Schreibstil zwar gewohnt einfach, aber gleichzeitig auch wahnsinnig platt war. Einige Szenen hätten von der Autorin so viel genauer, intensiver und besser beschrieben werden können. Schade! Nichtsdestrotz handelt es sich hier um einen sehr guten historischen Roman mit dem gewohnt angenehmen "Simona Ahrnstedt" Charakter. Ich werde das Buch vor allem den Leuten weiterempfehlen, die sich bisher nicht an historische Romane gewagt haben. "Eine unbeugsame Braut" bietet den perfekten Einstieg.

Bewertung: ★★★★

Idol - Gib mir die Welt - Kristen Callihan*
Ruhig, unaufgeregt, zurückgezogen - so würde Libby Bell ihr Leben beschreiben. Doch das ändert sich, als sie eines Morgens einen fremden Typ in ihrem Vorgarten findet. Killian ist sexy und charmant - und ihr neuer Nachbar. Obwohl Libby sich nach dem Tod ihrer Eltern geschworen hat, niemanden mehr an sich heranzulassen, berührt Killian ihr Herz auf eine ganz besondere Art und Weise. Was Libby nicht weiß: Sie ist drauf und dran, sich in niemand anders als Killian James zu verlieben - Leadsänger und Gitarrist der erfolgreichsten Rockband der Welt.



Mein Eindruck: Mein erster „Rockstar Roman“ – und ich möchte vorsichtig behaupten, dass dies einer der besten Rockstar Romane ist, den ich je gelesen habe. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut. Es ist eines dieser Cover, das mir in einer Buchhandlung unter tausenden von Büchern definitiv ins Auge gesprungen wäre. Was mir dagegen nicht gefällt, ist der Titel des Buches. „Gib mir die Welt“ klingt irgendwie etwas abgedroschen. Und „abgedroschen“ entspricht der eigentlichen Story hinter dem Titel so gar nicht. Letztendlich ist das aber eine Frage des eigenen Geschmacks und deswegen nur meine persönliche Wertung. Nun aber zu meiner Rezension: Ich mag es eigentlich nicht, wenn Bücher abrupt beginnen. Die Autorin von „Idol – Gib mir die Welt“ hat mir jedoch das Gefühl gegeben, mit Killian gemeinsam in den Garten von Libby zu stürzen. Es war, als wäre ich hautnah dabei gewesen. Dies hat mir den Einstieg in die Geschichte unheimlich leicht gemacht. Ich konnte mich direkt zu Beginn gut mit Libby identifizieren. Zusätzlich gefällt mir, dass sich Killian nicht in das typische Bild eines Bad Boys reiht, sondern durchaus einen liebevollen, aufrichtigen und sympathischen Charakter und viel Anstand hat. Vorausgesetzt, er kotzt nicht in fremde Vorgärten…. ;) Libby konnte ihm mit ihrer kessen Art gerade zu Beginn ordentlich die Stirn bieten. Als Leser bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie gut sich Libby weiterentwickelt und über ihre eigenen Grenzen hinaus wächst. Killian und Libby ergänzen sich sehr und erreichen gemeinsam, wovon sie ohne den jeweils anderen nur geträumt hätten. Schnell wird klar: Es verbindet sie so viel mehr, als „nur“ die Leidenschaft für Musik. Sexszenen sind ansprechend beschrieben, ohne dabei plump oder fehlplatziert zu wirken. Aber: So sehr das Buch auch zum Träumen einlädt, so sehr macht es dem Leser die Schattenseiten bewusst. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Selbstverständlich haben Killian und Libby ihre eigenen Päckchen zu tragen. Und auch die Jungs der Band sind nicht vollkommen unbelastet. Jax zum Beispiel, dessen Werdegang für Killian eine wichtige Rolle spielt. Ich mochte, wie einfühlsam die Autorin die Schattenseiten der Musikbranche – einer scheinbar perfekten Welt - beschrieben hat. Ich möchte für „Idol – Gib mir die Welt“ definitiv eine Empfehlung aussprechen. Auch wenn ich zwischenzeitlich mit einer kleinen Durststrecke zu kämpfen hatte, hat mir das Buch insgesamt sehr sehr gut gefallen. Das Buch hat es verdient, von vielen anderen Leserinnen und Lesern gekauft und gelesen zu werden. Der angenehm flüssige Schreibstil, kombiniert mit einer authentischen Story und sympathischen Charakteren, garantiert Lesespaß auf höchsten New Adult Niveau. “Lesespaß“ trifft es dabei genau auf den Punkt. Spannung, wie man es von einem guten Krimi oder Thriller kennt, kommt natürlich nicht auf. Das ist keine Kritik! Im Gegenteil: „Idol – Gib mir die Welt“ bietet nach einem stressigen Tag die Chance, sich fallen und berieseln lassen zu können. Vielen Dank, dass ich das Buch lesen durfte. Es war mir – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Vergnügen!

Bewertung: ★★★★

Die Wahrheit - Melanie Raabe*
Vor sieben Jahren ist der Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder.



Mein Eindruck: Ich war wahnsinnig gespannt auf das Buch, das sich nicht nur positiven Rezensionen bedient. Vorrangig heißt es, dass es nach der ersten Hälfte sehr unglaubwürdig und langatmig, einfach nicht mehr spannend ist. Die Zeitschrift Brigitte hat den Thriller wiederum als "extrem nervenstrapazierend" beschrieben. Es ist mein erstes Buch von Melanie Raabe, weshalb meine Erwartungen sehr gering waren. Ich war einfach nur neugierig. Ich freute mich nach langer Zeit einfach riesig auf einen (Psycho)Thriller. Ich wurde nicht enttäuscht: die ersten 200 Seiten waren wirklich gut. Nicht zuletzt auch, weil ich den Schreibstil der Autorin als sehr mitreißend empfunden habe. Zusätzlich mag ich Thriller, in denen man als Leser ganz genau zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden muss, um auf der Spur zu bleiben. Was mich dagegen störte war, dass ich das Handeln der Protagonistin irgendwann nicht mehr nachvollziehen konnte. Sicherlich hätte man einige von den beschriebenen Situationen abkürzen können. Ich denke dabei z.B. an Sarah, die dem Fremden durch die gesamte Stadt gefolgt ist und am Ende doch erfolglos war. Als Leserin ist bei mir der Spannungbogen, der zuvor kontinuierlich gestiegen ist, ganz plötzlich abgefallen - und nicht wieder richtig aufrecht geworden. Also, "extrem nervenstrapazierend" war das Buch in meinen Augen sicher nicht. Es handelt sich hierbei um einen guten Thriller, der zum Mitdenken anregt, insgesamt aber ziemlich viel Luft nach oben hat. Auch wenn mich "Die Wahrheit" nicht zu 100% begeistern konnte, hat es mir doch so gut gefallen, dass ich mich dafür entschieden habe, weitere Bücher der Autorin zu lesen. "Die Falle" und "Der Schatten" stehen bereits auf meiner Wunschliste. Ich tue mich mit der Bewertung sehr schwer und vergebe daher 3,5 Sterne (hier aufgerundet 4 Sterne).

Bewertung: ★★★




Flop des Monats: Einen richtigen Flop gibt es gar nicht. Klar, das eine Buch hat mir besser gefallen, das andere dafür schlechter. Wenn ich ganz kritisch sein und mich festlegen müsste, dann wäre es wohl "Eine unbeugsame Braut". Ich mag die Bücher von Simona Ahrnstedt alle sehr gerne. Es gibt nur wenige von ihnen, die ich nicht in meinem Schrank zu stehen habe. "Eine unbeugsame Braut" war mein erster historischer Roman von ihr. Ein Grund dafür, warum ich wohl etwas Zeit brauchte, um mit der Geschichte warm zu werden. Abgesehen davon, dass mir der Schreibstil der Autorin irgendwie übel aufgestoßen ist. Sehr simpel. Noch einfacher, als er sowieso schon ist. Aber wie gesagt: Meckern auf hohem Niveau. Das Buch hat dennoch vier von fünf Sterne bekommen und die Autorin und ihre Werke mag ich weiterhin gerne. Alles halb so wild.

Highlight des Monats: An dieser Stelle muss ich mich zwischen zwei Büchern entscheiden...oder sogar drei?! Wobei, nein. So richtig umgehauen hat mich nur ein Buch. Es hat Spuren hinterlassen, hebt sich von anderen Büchern ab und brachte mich zum Nachdenken. Das hat lange kein Buch mehr geschafft. Ein Grund dafür, weshalb ich "Liebe zukünftige Lieblingsfrau" gerne noch einmal hervorheben möchte. Der Autor hat wunderbar ehrlich und authentisch geschrieben und wieder einmal mehr bewiesen, dass auch Männer Gefühle haben und von Liebe sprechen bzw. schreiben können ;) "Liebe zukünftige Lieblingsfrau" sollte von Frauen UND Männern gelesen werden, die ihre erste große Liebe gehen lassen mussten.



Ist eines dieser Bücher für euch interessant? 
Werdet ihr es vielleicht sogar kaufen?

Alles Liebe für Euch, Mareike ♡

Kommentare:

  1. Mich hat gerade auch wieder die Lesemotivation gepackt und ich sitze gerade an meinem ersten Fitzek - wird bestimmt nicht mein letzter sein.
    Danke für deine Review zu den Büchern, hole mir gern neue Inspo bei anderen. Liebe Grüße ♡

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    1. Hallo Eva! :)
      Der Herbst ist einfach die beste Jahreszeit zum Lesen. Ich liebe es, mich mit einer Tasse Tee auf dem Sofa in eine Decke einzumurmeln und dabei den Zeilen eines Buches zu folgen :)

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