Mehr Motivation beim Sport

03.02.2019
Ich habe Sport schon immer gehasst. Meine Eltern und Großeltern haben nichts unversucht gelassen, mich in irgendwelche Sportgemeinschaften zu stecken. Man hätte mich kaum besser bestrafen können. An Ausreden hat es mir schon während der Schulzeit nur selten gemangelt, weshalb ich dem Sportunterricht oft entkommen bin: Ich fühle mich nicht gut. Ich habe meine Periode. Ich habe meine Sportsachen vergessen, etc. Nicht zu vergessen das alljährliche Sportfest, vor dem es mir schon Monate vorher gegrault hat. Sport war mir eben schon immer ein Dorn im Auge. Bis heute fehlt mir das Interesse für Sport. Davon abgesehen, dass ich mit diesem Wort in erster Linie Anstrengung verbinde. Ein absolutes Graul für faule und bequeme Persönchen wie mich ;)


Irgendwann habe ich festgestellt, dass ich einen Ausgleich brauche. Einen Ausgleich zur Arbeit im Büro. Ich habe auch festgestellt, dass ich mind. so viel aktiv und in Bewegung sein sollte, wie es nötig ist, um meinen Körper nach stundenlangem Sitzen zu entlasten. Fitnessstudios sind nichts für mich. Ich kämpfe mit innerlichen Druck, habe Angst, nicht mithalten zu können und wäre sowieso viel zu faul, meinen Allerwertesten regelmäßig dorthin zu bewegen. Das ist schlichtweg außerhalb meiner Comfort Zone, shame on me. (Nicht zu vergessen das Geld, das aus dem Fenster geschmissen wäre...) Darauf wollte ich mich allerdings nicht ausruhen. Das wäre viel zu einfach. So kam es also, dass ich im Januar begonnen habe, Workouts zu machen. Lasst mich in diesem Zusammenhang sagen, dass das Vorhaben nicht mit meinen Neujahrsvorsätzen in Verbindung steht. Im Gegenteil: ich habe eben einfach angefangen, ohne vorher einen exakten Start festzulegen. Ich bin im höchsten Maße motiviert und möchte dies nicht nur eine Phase sein lassen. Ich habe richtig Freude dabei und möchte in diesem Beitrag meine Tipps für mehr Motivation mit euch teilen. Letztendlich ist kein Tipp genug, solange ihr nicht mit Ehrgeiz dabei seid.



1. Sportkleidung, die gefällt (!), passt und bequem ist.
Ein ganz wichtiger Tipp, der von vielen sicherlich unterschätzt wird. Es macht nämlich definitiv einen Unterschied, ob man im "Graue-Maus" Outfit Sport macht, das so gar nicht gefällt oder Sportkleidung trägt, die nicht nur gut sitzt, sondern auch bequem ist, genügend Bewegungsspielraum bietet und gefällt. Fakt ist: mit Blick in den Spiegel steigt die Motivation, sobald man sich als Frau attraktiv findet und wohl fühlt. Oder anders gesagt: ihr geht sicherlich auch lieber vor die Tür, wenn ihr euch hübsch gekleidet habt und nicht im bequemen "Jogger No-Make-Up Look" unterwegs seid, oder?. Kurz nachdem ich mir das Ziel gesetzt habe, etwas fitter zu werden, habe ich mich also online nach einer Fitnessmatte umgesehen, mir einen Sport BH und Tights gekauft - und es bisher nicht bereut!!! Und dabei muss ich es nicht einmal teuer sein. Ich liebe meine Sportkleidung von Nike und Adidas sehr, finde die Tights von Crivit (Lidl) aber mindestens genauso gut und muss dafür nicht einmal tief in die Tasche greifen.

2. Workouts mit Bedacht in den Alltag integrieren.
Ich habe mir zuvor genau überlegt, an welchen "festen" Tagen ich meine Workouts regelmäßig machen möchte. Der Montag ist z.B. direkt von der Liste geflogen. Weil Montag eben Montag ist und ich die Woche ohne jegliche Verpflichtung beginnen will. Eine jede sportliche Woche mit Workouts startet deswegen schon am Sonntag bei mir, darauf folgen die Tage Dienstag und Donnerstag. An Montagen und Mittwochen gönne ich mir eine Pause, die Tage Freitag und Samstag halte ich mir - ganz nach dem Motto "Alles kann, nichts muss." - offen. Und wenn sich dann doch mal was verschieben sollte, dann ist das auch ok. Wichtig ist mir, dass ich meine regelmäßigen Workouts gut in den Alltag integrieren kann und mind. drei Mal aktiv bin. Nur so vermeide ich Stress und das wiederum verschafft mir mehr Freude und Motivation. Wenn ich verabredet bin oder Termine habe, bedenke ich das entsprechend und strukturiere mir den Tag/Abend eben genau so, dass auch immer noch Platz für ein Workout ist. Denn: Wenn ich nicht am Ball bleibe, werde ich faul.

3. Die "10 Sekunden" Regel...
Auch ich kämpfe mich durch Tage, an denen meine Motivation schier unantastbar ist. Mein inneres Ich schreit und trampelt wie ein kleines Kind, wehrt sich mit Händen und mit Füßen. Gerade an Tagen, an denen ich noch lange Besuch hatte, kostet mich das Workout Überwindung. Wie ich es schließlich doch schaffe, mich aufzurappeln? Ich denke nicht länger als 10 Sekunden darüber nach, ob ich nun Sport mache oder nicht. Ich tue es einfach. Ich schmeiße mich schneller in Sportkleidung, als ich denken kann. Und wenn ich diese erst einmal trage, dann soll sie natürlich auch effektiv genutzt werden. Es würde mich zu sehr ärgern, meinen Sport BH und die Tights wieder auszuziehen, ohne sportlich aktiv geworden zu sein. Die 10 Sekunden Regel ist also ideal, um den inneren Schweinehund zu überlisten, glaubt mir ;)


4. Gute Musik für das Workout wählen.
Welche Musik gut oder schlecht ist, entscheidet natürlich jeder selbst. Und doch macht es einen wesentlichen Unterschied, ob der neuste Song von Adele oder David Guetta läuft. Ich habe auf Spotify ein paar Playlists gefunden, die ich beim Sporteln gerne mag: Fit mit Beat, Top of the Morning, Today's Top Hits. Ansonsten höre ich diese Songs während meiner Workouts:

Giant von Calvin Harris feat. Rag'nBone Man
Lost in Fire von Gesaffelstein & The Weeknd
High Hopes von Panic! At The Disco
Pump It Up von Mike Candys


5. Konzentration auf Körper und Seele.
Ein wichtiger Aspekt, den ich im Laufe meiner Workouts etappenweise lernen musste. Menschen wie mir fällt es nämlich unheimlich schwer, auch nur für einen kurzen Augenblick abzuschalten. Mein Kopf arbeitet 24/7 und hat niemals Pause. Das ist ungesund und beim Sport nicht sonderlich förderlich. Ich schließe also alle Türen, mache Musik an und achte dabei exakt auf die Lautstärke. Dann beginne ich mit kleinen Dehnübungen, bis ich schließlich Stück für Stück aktiv in meinem Workout ankomme und mich auspowern kann. Ich konzentriere mich auf mich und meinen Körper bzw. auf exakt die Körperregionen, die ich gerade trainiere. Workouts können ein perfektes Zusammenspiel von Körper und Seele sein, wenn man sich darauf einlässt und fallen lassen kann. Dies ist ein Prozess, der Ruhe und Zeit benötigt. Nichts, was auf Anhieb funktioniert, wenn man nicht komplett dabei ist. Mittlerweile sind meine Workouts nicht nur ein Ausgleich zum Büroalltag, sondern auch eine Energiequelle.



6. In kleinen Etappen zum großen Ziel.
Es bringt nichts, wenn ich mich direkt zu Beginn so sehr übernehme, dass ich nach nur einer Woche keine weiteren Ziele habe und den Spaß an der Freude verliere. Mir war daher wichtig, in kleinen Etappen voranzuschreiten. So habe ich also zu Beginn "nur" zwei Mal die Woche für je 20 Minuten Sport gemacht. Ab der zweiten Woche war ich dann bereits drei Mal für je 25 Minuten aktiv. Aktuell mache ich mind. vier Tage in der Woche für je 35 Minuten ein Workout. Mein nächstes Ziel: 45 Minuten und irgendwann sogar eine ganze Stunde. Zudem sind mir Pausen, also freie Tage zwischen den Workouts, wichtig, um genug Energie und Motivation zu sammeln. Letzendlich gilt für Sport dasselbe wie für das Abnehmen: Der Weg ist das Ziel. Dieser Weg sollte vorrangig nicht schnell, sondern möglichst (stolper)frei sein. Ich neige sehr schnell dazu, mich zu übernehmen und dann so sehr eingespannt zu sein, dass der Spaß verloren geht. Dem wirke ich mit kleinen Zielen effektiv entgegen. Davon abgesehen, dass kleine Erfolge das Gemüt aufheitern und weiter motivieren.


7. Offline sein.
Eine Regel oder ein Tipp, der mir anfangs etwas schwer gefallen ist, dabei aber eigentlich unabdingbar ist: das Handy gaaaanz weit weg packen, im Idealfall in den Flugmodus gehen und somit jegliche Ablenkung meiden. Mit jedem Klingeln und Vibrieren verabschiedete sich meine Konzentration mehr und mehr, bis ich schließlich einfach aufgegeben habe. Schön blöd! Nur wenn ich wirklich meine Ruhe habe, kann ich abschalten, mich fallen lassen, mich auf mein Workout einlassen und auf Körper und Seele konzentrieren. Davon abgesehen, dass wir beim Sport nun wirklich alles besser gebrauchen können, als ein Handy ;) Offline sein bedeutet für mich übrigens auch alleine sein. Beim Sport geht es nur um mich. Ich kann nicht abschalten, wenn um mich herum gewuselt wird und ich ständig abgelenkt oder mit den Gedanken woanders bin.



Wenn ihr gewollt seid, euer inneres Ich mit kleinen fiesen Tricks zu überlisten, dann klappt es auch mit dem Sport ;) Wichtig ist, dass ihr Sport niemals als Verpflichtung seht, sondern ernsthaft bemüht seid, etwas wie Freude und Ehrgeiz zu entwickeln. 

Alles Liebe für Euch, Mareike ♡

Kommentare:

  1. Ich erkenne mich so wieder!!! Ich habe Sport in der Schule auch immer gehasst und das Sportfest war für mich das Allerschlimmste. Ich hätte lieber ein Referat gehalten, als da mitzumachen. Als Lehrerkind konnte ich leider nicht schwänzen... und seit ein paar Jahren liebe ich Sport! Es fing erst mit 1-2mla Yoga in der Woche an und wurde mit der Zeit immer abwechslungsreicher und mehr. Inzwischen mache ich regelmäßig sechs Mal die Woche Sport: zweimal Laufen (1 Std jeweils), 30 Minuten Hanteltraining, 30 Minuten Seilchenspringen, 1 Stunde Pilates und 1 Stunde TRX. Ich fühle mich blendend damit und bin in Bestform. Und mein Kopf braucht das als Ausgleich. Wenn ich mal nichts mache, bin ich viel unausgeglichener. Sprungseil, Laufschuhe und Blackroll kommen auch in jeden Urlaub mit. Hätte ich mir früher nie träumen lassen. :-)))

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    1. Wow, das klingt total inspirierend! :) Da kann ich aktuell in keinster Weise mithalten. Aber Wahnsinn, was alles möglich ist, wenn man diesen "toten Punkt" und sich selbst überwinden kann, oder? Bleibe auf jeden Fall am Ball und hab weiterhin so viel Motivation und Energie! :) Liebe Grüße an dich :)

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  2. Ui fein, bei mir kommt auch bald ein ähnlicher Beitrag online. :) Letztlich geht es mir ja so wie dir. Ich mochte Sport noch und werde ihn auch nie wirklich mögen. Und dennoch - mittlerweile mache ich gern Sport und probiere mich immer weiter aus. :)

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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  3. Der Text könnte 1:1 von mir sein :D
    ich habe Sport in der Schule soo sehr gehasst und war auch nie um eine Ausrede verlegen. Aufgrund einer OP hab ich Reha Sport verschieben bekommen und "muss" zum Sport gehen. Und was soll ich sagen? es tut so gut und ist der perfekte Ausgleich zum Büroalltag. Ich mache einmal die Woche Gerätetraning und einmal einen speziellen Kurs. In Kombination einfach perfekt. Da merkt man erst, wie gut Sport dem Körper tut.

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