DIY Adventskalender aus Altglas/Einweggläsern

23.11.2020
Das Jahr 2020 geht irgendwie viel zu schnell vorbei, findet ihr nicht auch? Und ehe ich mich versehen konnte, saß ich schon wieder vor der Planung für den diesjährigen Adventskalender. Nachdem ich mich letztes Jahr vollkommen verausgabt und ausgetobt hatte, wollte ich es im diesem Jahr gerne etwas "ruhiger" angehen. So richtig hat das leider nicht funktioniert. 



Dies ist bereits der dritte Kalender infolge, den ich gestalte. Vor zwei Jahren bekam mein Bruder einen Adventskalender; letztens Jahr dann mein Freund - und dieses Jahr bekommt er natürlich auch wieder einen. Ich würde also vorsichtig behaupten, dass ich mittlerweile ziemlich geübt im Vorgehen und Planen  von Adventskalendern bin. Die Ideen werden dadurch aber leider nicht mehr.
Ich habe wirklich lange überlegt, wie ich den Adventskalender vom letzten Jahr toppen kann. Davon abgesehen, dass die Erwartungen sicherlich dementsprechend hoch sind. Auf Pinterest habe ich nach Inspirationen geschaut - und wurde fündig! Kurzerhand ist die Idee eines Adventskalenders aus Alt- bzw. Einweggläsern entstanden. Zu Beginn noch ziemlich skeptisch, war ich dann schließlich total angetan.



Lasst mich vorweg sagen, dass ihr für Euren Kalender am besten Altglas verwendet, das ihr zuvor gesammelt hat. Die Gläser dürfen dabei natürlich unterschiedlich groß sein; das ist überhaupt kein Problem. (Vorausgesetzt, die Inhalte passen noch hinein.) Weil ich so kurzfristig aber wenig Altglas vorrätig hatte (und grundsätzlich immer bemüht bin, Altglas direkt zu entsorgen), habe ich mir Einweggläser mit einem Fassungsvermögen von 900ml gekauft. Das nur als Anmerkung. 900ml, weil ich sicher gehen wollte, möglichst viel Platz für all die Inhalte zu haben, ohne mich dabei großartig einschränken zu müssen. Die Ideenfindung zum Befüllen war schon schwierig genug für mich. 


Ich habe Euch meine Bezugsquellen für alle Materialien verlinkt, ihr könnt Euch aber natürlich auch anderweitig umsehen. Einige Materialien hatte ich tatsächlich noch zu Hause, weshalb ich mich auch wunderbar durch meine Bastelkiste wühlen konnte. Die Kosten für den Adventskalender sinken entsprechend, wenn ihr die gekauften Einweggläser durch gesammeltes Altglas ersetzt und anstelle der künstlichen Tannengirlande echte Tannenzweige verwendet. Ich habe mich leider gegen echte Tannenzweige entschieden, was ich ziemlich bedauere. Allerdings hätten die Tannenzweige recht schnell genadelt. Das solltet ihr im Hinterkopf behalten. 

Du benötigst:

kleine Christbaumkugeln, Holzfiguren von Tedi und Herzchen aus rotem Filz

sowie 

Zeitungspapier zum Unterlegen

Gläser mit Acryllack besprühen
Im ersten Schritt habe ich mich meinen Gläsern gewidmet. Zugegeben: etwas groß sind sie schon, aber kleiner hätten sie auch nicht sein dürfen. Für meine Ideen zum Befüllen war die Größe also nahezu ideal. Wenn ihr die Gläser lediglich mit leckeren Naschereien befüllen wollte, dann genügen kleinere Gläser absolut. 
Die Deckel habe ich abgeschraubt und beiseite gelegt. Für meine Gläser habe ich drei verschiedene Farben gewählt, die weihnachtlich und doch neutral sind: rot, grün und gold. Auf der Suche nach Acryllack zum Sprühen bin ich auf die Lacke von Edding aufmerksam geworden, die für mich einfach peeeeerfekt funktioniert haben. Ich kann sie Euch uneingeschränkt weiterempfehlen. Für mein Herbst DIY habe ich sie sogar nachgekauft. Ursprünglich wollte ich Kreidelack verwenden; im Nachhinein bin ich froh, dass ich es nicht getan habe. Aber das ist sicher Geschmacksache.


Beachtet: Geht zum Sprühen bitte unbedingt an die frische Luft. Der Acryllack riecht recht reizend. Ihr solltet außerdem Zeitungspapier unterlegen und Handschuhe verwenden, damit ihr Euch (und Eure Umgebung) nicht schmutzig macht. Die Flasche vorher gut schütteln, den roten Sicherheitsring entfernen und los geht's! Der Lack wird aus 25cm Entfernung im Kreuzgang auf das Glas gesprüht. Ich hatte vor diesem Schritt ziemlich viel Respekt, im Nachhinein hat das Sprühen aber wirklich gut funktioniert. 


Mein Ergebnis ist etwas fleckig geworden, weil ich nicht immer den Abstand eingehalten und zusätzlich zu viel Farbe verwendet habe. Schlimm ist das aber auch nicht. Man sieht eben, dass es selbstgemacht ist. Die Farbe trocknet in maximal einer Stunde; danach habe ich eine zweite Schicht aufgetragen. (Die Deckkraft war aber auch schon nach dem ersten Auftrag gut.)

Den Glasboden habe ich im letzten Schritt ebenfalls besprüht, damit nicht durchgeschaut werden kann. Meine drei Acryllack Flaschen haben dabei nahezu perfekt gereicht. Deswegen mein Tipp: Drei Flaschen bei einem Glasvolumen von 900ml solltet ihr unbedingt einplanen. Die Deckel sind in meinem Fall aber gold geblieben, weil sie wunderbar zu meinem weihnachtlichen Farbschema in rot, grün und gold passen. Das hat es mich recht leicht gemacht und einen weiteren Arbeitsschritt erspart.

Gläser schmücken und gestalten
Wenige Tage später habe ich mich dann der Deko gewidmet. Ihr könnt natürlich selbst entscheiden, wie ihr die Gestaltung angehen wollt. Ich hatte eine gewisse Vorstellung, die ich so tatsächlich auch gut umsetzen konnte. War auch gar nicht schwierig. Ein paar Abstriche musste ich aber dennoch machen. Ich hätte z.B. super gerne echte Tannenzweige verwendet. Weil diese aber nach zwei bis drei Wochen zu nadeln beginnen, habe ich mich für eine künstliche Girlande entschieden. Schließlich werden bis zur Übergabe noch ein paar Tage, wenn nicht sogar Wochen, vergehen. (Wenn ihr die Gläser nicht typisch weihnachtlich schmücken wollt, dann sehen sicherlich auch Trockenblumen toll aus!)


Die Girlande habe ich mir in entsprechend lange Zweige geschnitten, die ich später um die Gläser gebunden und mit einer Heißklebepistole fixiert habe. Das hat problemlos funktioniert. Auch, weil die Girlande aus Draht ist, den ich gut schneiden und biegen konnte. Für meine 24 Gläser war eine Girlande mit einer Länge von 12m notwendig. Meine Bezugsquellen sind oben für Euch verlinkt. Im Anschluss konnte es direkt mit dem Schmücken weitergehen. Mein Favorit unter allen Arbeitsschritten.


Ich wollte gerne kleine Christbaumkugeln verwenden und habe beim Wühlen mehrere ähnliche "Kugeln" von Depot in meiner Bastelkiste entdeckt, die gut gepasst haben. Eine echter Glücksgriff quasi. Weil sie an Draht befestigt waren, konnte ich die Kugeln problemlos um die Girlande binden, ohne dabei auf Kleber zurückgreifen zu müssen. Das war total super! Für den anderen Kleinkram, den ich im letzten Jahr beim Tedi und Depot gekauft habe, habe ich dann aber doch zu einer Heißklebepistole gegriffen. Dafür habe ich mir wieder Zeitungspapier untergelegt. Alles in Einem ging das Kleben recht zügig und problemlos; der Heißkleber trocknet schnell. Was die Deko betrifft, empfehle ich Euch in erster Linie Tedi. Bei Tedi ist allerhand Krimskrams erhältlich. Dort habe ich z.B. rote Herzchen aus Filz und weihnachtliche Holzfiguren gekauft.


Nun befand ich mich bereits auf der Zielgeraden. Was für eine Erleichterung. Das Gröbste war geschafft. Jetzt mussten die Gläser nur noch mit den Inhalten befüllt werden. Das hat mir vorab das größte Kopfzerbrechen beschert. Was schenkt man einer Person, die alles hat? Zusätzlich habe ich mich bereits letztes Jahr ganz schön ausgetobt. Inspirationen zum Befüllen findet ihr deswegen hier und auch hier. Ein paar coole Ideen habe ich dann aber dennoch gefunden. Hier ein kleiner Überblick:

Gläser (Türchen) befüllen






weitere Ideen zum Befüllen sind außerdem:
Polaroid Bilder
Happy Socks
Pflegeprodukte in Probier- bzw. Reisegröße
Nasen- und Mundbedeckung
Basecap
Badezusatz
Massageroller
Bilderrahmen 
Brief
kleine Sektflasche (alternativ: Klopfer)
Teddybär
Glücksbringer
Schlüsselanhänger
Kaugummis
Center Shocks
Loser Tee
Mikrowellen Popcorn
Proteinriegel
Tassenkuchen
Kokoswachs für die Haare
Bartpflege
USB Stick mit Musik
Massagekerze
Duftbaum für das Auto
Bambus Zahnbürste
Handcreme
Fisherman's Friend
Trinkschokolade
Gewürz, z.B. Grill Gewürz oder Barbecue Gewürz



Rubbel Lose basteln
Meine selbstgebastelten Rubel Lose hätte ich an dieser Stelle fast vergessen, dabei sind sie unheimlich cool und so so einfach. Ihr könnt sie vollkommen frei gestalten. Ich habe die Gestaltung recht einfach gehalten und mich meinem Farbschema wieder etwas angepasst. Die Lose habe ich deswegen in den Farben rot, grün und gelb gewählt. 


Du benötigst:

Acrylfarbe, z.B. in silber
Spüli
Klebestreifen
Pinsel
reißfestes Bastelpapier
weißes Papier
Bastelkleber
Schere

Am Computer habe ich mir zunächst Vorlagen erstellt für "Gutschein für", "bitte hier rubbeln" und die jeweiligen Gewinne, z.B. "15 Minuten Rücken kraulen" oder "30 Minuten Ganzkörper Massage" oder "Auto Innenraum putzen" oder "3D Blu-Ray Filmabend" und auf weißem Papier gedruckt. Ihr könnt Eurer Fantasie freien Lauf lassen und die Gutscheine/Lose ganz individuell anpassen. Eine Niete habe ich mir ebenfalls erlaubt. Etwas Spaß muss schließlich sein, oder?



Die Vorlagen habe ich später zugeschnitten. Beachtet, dass ihr die Vorlagen mit dem Gewinn, der später freigerubbelt wird, mit Klebestreifen befestigen müsst. Die anderen Vorlagen können dagegen mit normalen Bastelkleber auf das Los geklebt werden. Das Los selbst sollte möglichst aus festem Bastelpapier sein.

Nachdem ihr alles platziert und auf die Lose geklebt habt, was beinahe die meiste Zeit in Anspruch nimmt, kann es an's "Pinseln" gehen. Das Rubbelfeld wird nun gestaltet. Dafür habe ich silbernen Acryllack (2/3) mit etwas Spülmittel (1/3) gemischt. Das Gemisch aus Farbe und Spüli wird anschließend mit einem Pinsel auf den Klebestreifen aufgetragen. Obwohl die meisten Acrylfarben wirklich gut decken, solltet ihr darauf achten, dass der Gewinn nicht erkenntlich ist oder durchschimmert. Das Trocknen geht auch hier wieder recht schnell. In meinem Fall hat es etwa eine Stunde gedauert. That's it! Der Gewinn - oder die Niete! - kann später von seinem Gewinner mit einer Münze freigerubbelt werden. 

Die Anleitung für Rubbel Lose habe ich übrigens von hier








Dafür, dass ich zu Beginn noch recht planlos war, bin ich mit dem Ergebnis außerordentlich zufrieden. Ja, ich finde die Idee und meine Umsetzung für den diesjährigen Adventskalender wieder sehr gelungen. Am besten gefällt mir der Gedanke, Altglas sinnvoll recyceln bzw. nutzen zu können, ohne dass es direkt entsorgt wird. Die Gläser können im nächsten Jahr für einen Adventskalender natürlich problemlos wiederverwendet werden. Die Gläser, also die "Kalendertürchen", konnte ich außerdem mit ein paar ausgewählten Süßigkeiten, selbstgebackenen Plätzchen, einem handgeschriebenen Brief und klein-großen Präsenten gut füllen. Was meint ihr?

Alles Liebe für Euch, Mareike ♡


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