Ich sage euch ganz ehrlich: Ich habe den Lesemonat Januar 2026 toooootal genossen. Wann immer ich Gelegenheit hatte, habe ich entweder ein Buch oder auf dem Kindle gelesen. Ich brenne derzeit wieder regelrecht für das Lesen, weil es mich wunderbar entspannen und auf andere Gedanken bringen lässt. Das spiegelt dieser Lesemonat wunderbar wieder. Dabei war er alles andere als ruhig. Mit Heaven, Tabu, Geordnete Verhältnisse, Alle glücklich und Half His Age habe ich mir Bücher ausgesucht, die mich emotional zum Teil sehr mitgenommen haben. Mile High und This Isn't Happiness haben mich auf andere Gedanken gebracht und für die nötige Abwechslung gesorgt. Und ein Buch musste ich wider Erwarten leider abbrechen...

Vielleicht habt ihr bemerkt, dass sich mein Titelbild für die Lesemonate verändert hat. Ich konnte mich mit dem vorherigen Titelbild einfach nicht mehr identifizieren... Übrigens: Falls ihr auf dem Laufenden bleiben und keine Rezension verpassen wollt, folgt mir gerne auf Reado (fraeulein.mueller) und/oder GoodReads (Fräulein Müller). Dort tracke ich regelmäßig meine Bücher.
Mile High von Liz Tomforde
🌟🌟🌟🌟
Klappentext: Frauenheld und Badboy Zanders lebt seinen Traum: Er spielt in der National Hockey League für Chicago, reist mit seinem Team durchs Land und nimmt fast jeden Abend eine andere Frau mit ins Bett. Für die neue Saison gibt es erstmals eine feste Crew für den Privatjet und damit eine goldene Regel: Finger weg von den Flugbegleiterinnen! Doch das ist hart: Crewmitglied Stevie ist schlagfertig, anders, ihre Art zieht Zanders an und vor allem ihre Kurven bekommt er nicht mehr aus dem Kopf.
Rezension: Hui, dieses Buch lag wirklich lange auf meinem SuB! Ich hatte es schon kurz nach der Veröffentlichung gekauft, aber erst jetzt gelesen. Der Hype rund um Mile High hat mich neugierig gemacht und ich muss sagen: Es hat sich definitiv gelohnt! Es war mein erstes New-Adult-Buch seit längerer Zeit und ich mochte es wirklich, wirklich gerne.
Mile High ist Band 1 der Windy City-Reihe und liefert einen starken Auftakt. Es handelt sich um eine Sports Romance mit einer Forbidden Love-/Enemies-to-Lovers-Geschichte. Die Vornamen der Protagonisten Stevie und Zanders haben mich zu Beginn etwas verwirrt, da die Autorin aus genderspezifischen Namen Unisex-Namen gemacht hat. Man gewöhnt sich jedoch sehr schnell daran.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, die Sprache eher leicht, sodass ich regelrecht durch die insgesamt 624 Seiten geflogen bin. Besonders gefallen hat mir, dass die beiden Protagonisten sehr erwachsen mit den Hürden ihrer Kennenlernphase und Beziehung umgegangen sind und sich jederzeit wertgeschätzt haben, auch wenn es am Ende leider etwas nachgelassen hat. Klasse finde ich außerdem, dass Themen wie Tiernotrettung und Body Positivity einen Platz in der Geschichte gefunden haben.
Ich vergebe vier Sterne und muss zugeben, dass mich New-Adult-Bücher mittlerweile nicht mehr so leicht überzeugen können wie früher. Band 2 steht schon bereit und ich freue mich sehr darauf, die Geschichte von Indy und Ryan zu entdecken.
Heaven von Mieko Kawakami
🌟🌟🌟,5
Klappentext: Der vierzehnjährige namenlose Ich-Erzähler lebt ein einsames Leben bei seiner Stiefmutter – sein Vater fällt vor allem durch Abwesenheit auf. Von seinen Mitschülern wird er unerbittlich gequält, weil er eine Fehlstellung der Augen hat. Anstatt sich zu wehren, resigniert er und leidet stumm. Eines Tages findet er eine Nachricht in seinem Federmäppchen: »Wir gehören zur selben Sorte.« Es folgen weitere Botschaften; plötzlich ist da jemand, der ihn nach seiner Lieblingsfarbe fragt, nach seiner Leibspeise, der das Wetter kommentiert. Bald stellt sich heraus, dass die Nachrichten von seiner Klassenkameradin Kojima kommen, die selbst gemobbt wird. Die beiden Jugendlichen finden Trost in der Gesellschaft des anderen, doch ihre Freundschaft bleibt von ihren Peinigern nicht unbemerkt.
Rezension: In Heaven erzählt Mieko Kawakami die Geschichte eines 14-jährigen Jungen, der aufgrund seines Schielens zum Ziel von Mobbing wird. Der Protagonist bleibt über das gesamte Buch hinweg namenlos, womit ich mich lange schwergetan habe. Es entsteht eine leise, zerbrechliche (Brief-)Freundschaft mit Kojima, einem Mädchen, das ein ähnliches Schicksal erleidet. Beide sind Außenseiter, verbunden durch Schmerz, Einsamkeit und den Versuch, ihrer Situation irgendeinen Sinn abzuringen. Der Einstieg fiel mir nicht leicht. Ich empfand das Buch zunächst als schleppend, der Schreibstil war nicht zu 100 % meiner und gerade die Namenslosigkeit des Protagonisten brachte für mich eher Distanz als Nähe. Was ich jedoch besonders kritisch sehe: Die Triggerwarnung hat gefehlt! Das Mobbing wird sehr klar, detailliert und schonungslos beschrieben, ebenso werden Suizidgedanken offen thematisiert. Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) ist Heaven ein ungewöhnliches, schmerzhaftes und bewegendes Buch. Besonders das Gespräch mit einem der Täter hat mich wütend zurückgelassen. Kojimas Gedanken konnte ich nicht immer nachvollziehen; oft hatte ich Fragezeichen im Kopf. Doch auch das scheint Teil der Erzählung zu sein: Nicht alles Leid lässt sich logisch erklären oder einordnen. Das Ende empfand ich als sehr abrupt und fast ernüchternd. Nach all der emotionalen Intensität hätte ich mir ein paar Seiten mehr gewünscht, etwas mehr Raum zum Atmen und zum Verarbeiten.
Eine klare Empfehlung auszusprechen, fällt mir schwer. Heaven ist kein Buch, das man „gern“ liest. Und doch bin ich trotz aller Kritik sehr froh, es gelesen zu haben. Es bleibt im Kopf, es schmerzt, es fordert heraus.
Tabu von Ferdinand Schirach
🌟🌟🌟🌟🌟
Klappentext: Sebastian von Eschburg verliert als Kind durch den Selbstmord seines Vaters den Halt. Er versucht, sich durch die Kunst zu retten. Er zeigt mit seinen Fotografien und Videoinstallationen, dass Wirklichkeit und Wahrheit verschiedene Dinge sind. Es geht um Schönheit, Sex und die Einsamkeit des Menschen. Als Eschburg vorgeworfen wird, eine junge Frau getötet zu haben, übernimmt Konrad Biegler die Verteidigung. Der alte Anwalt versucht, dem Künstler zu helfen – und damit sich selbst.
Rezension: Was ist Wahrheit? Und was ist Wirklichkeit? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Auf den ersten Blick wirkt Tabu wie ein klassischer Kriminalroman. Schnell wird klar, dass es sich vielmehr um einen psychologischen und gesellschaftskritischen Roman handelt. Um das Buch richtig zu verstehen, muss man das Geschriebene genau lesen und deuten. Schirach beschäftigt sich mit der Frage, was ein Verbrechen eigentlich ist, welche gesellschaftlichen Ursachen dahinterstehen und ob die Methoden der Ermittler moralisch und rechtlich gerechtfertigt sind.
Zu Beginn steht die Kindheit von Sebastian von Eschburg im Mittelpunkt. Es wird geschildert, unter welchen Umständen er aufwächst und wie ihn diese frühen Jahre prägen. Erst im weiteren Verlauf nimmt die Handlung deutlich Tempo an. Sebastian ist erwachsen, Künstler und verliert zunehmend den Bezug zur Wahrheit, bis es schließlich zu einem Verbrechen kommt...
Besonders interessant ist der zweite Teil des Buches: Die Kapitel sind den Farben Grün, Rot, Blau und Weiß zugeordnet. Der Aufbau hängt mit einer Besonderheit zusammen: Sebastian ist Synästhetiker. Er nimmt Menschen, Gegenstände und Situationen in bestimmten Farben wahr, was dem Roman eine zusätzliche, ungewöhnliche Ebene verleiht.
Die gesamte Umsetzung des Buches ist sehr durchdacht. Auf nur 259 Seiten geschieht erstaunlich viel, ohne dass die Handlung verwirrt. Schirachs kurze, klare und präzise Sätze machen das Buch sehr gut verständlich und sorgen dafür, dass man den Geschehnissen immer folgen kann.
Tabu ist kein leichter Krimi für zwischendurch, sondern ein Roman, der zum Nachdenken anregt und im Gedächtnis bleibt. Wer für psychologische Tiefe, moralische Fragen und gesellschaftliche Kritik brennt, wird an diesem Buch großen Gefallen finden.
This isn't happiness von Mary Newnham*
🌟🌟🌟
Klappentext: Amy und Josh sind seit zehn Jahren ein Paar, man hat sich gut eingerichtet, alles läuft prima. So prima, dass die eigentlich geplante Hochzeit immer wieder verschoben wird, und das schon seit Jahren. Als Josh‘ Eltern der Geduldsfaden reißt und sie kurzerhand einen Trautermin festlegen, kann Amy eine unangenehme Wahrheit nicht länger verdrängen: Ihr Liebesleben ist komplett erlahmt. Es knistert nicht mehr, Josh kuschelt lieber mit seinem Seitenschläferkissen als mit ihr, und sie selbst findet Astronomie-Podcasts mittlerweile überraschend sinnlich. Wie konnte das passieren? In ihrem Bestreben, der Beziehung neuen Schwung zu verleihen, greift sie zu immer extremeren Maßnahmen.
Rezension: This Isn’t Happiness ist ein Buch über Liebe, Lust und Zweifel in Langzeitbeziehungen und eines, das mich über weite Strecken furchtbar frustriert und wütend gemacht hat. Und dabei dachte ich zunächst, die Geschichte rund um den mangelnden Sex und die vorgezogene Hochzeit wären das größte Problem... Zunächst jedoch das Positive: Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Mary Newnhams Schreibstil ist humorvoll, leicht und angenehm direkt. Es wird nicht lange um den heißen Brei herumgeredet. Man ist sofort mitten in der Geschichte. Die Geschehnisse haben mich immer wieder tief ein- und ausatmen lassen – vor Frust, vor Nachdenklichkeit, manchmal aber auch mit einem leisen Schmunzeln. Die Protagonistin Amy bringt viele Eigenschaften mit, mit denen sich Leser*innen leicht identifizieren können. Genau das macht sie so authentisch und echt. Sie gibt zu schnell nach, steht zu selten für sich selbst ein und ist ständig bemüht, es allen recht zu machen. Josh hingegen ist leidenschaftlicher Sportler, übersieht dabei regelmäßig die Bedürfnisse seiner Partnerin und steht nicht konsequent für die Beziehung ein. Diese Kombination hat mich über große Teile des Buches hinweg wahnsinnig gemacht. Das teils unmögliche Verhalten von Familie und Freunden lasse ich dabei sogar noch außen vor. Was Amy und Josh jedoch verbindet: Sie denken zu viel und kommunizieren zu wenig. Und genau darin liegen die große Tragik und Wahrheit des Buches.
Ein echtes Highlight war für mich die Figur Lace. Sie fungiert als Rettungsanker, bringt Leichtigkeit in die Geschichte, unterstützt, macht Mut und verleiht dem Buch spürbar Schwung. Während ich in der ersten Hälfte permanent zwischen Wut und Frustration geschwankt bin, hat mich die zweite Hälfte endlich richtig in den Lesefluss gebracht. This Isn’t Happiness ist definitiv kein Wohlfühlroman, sondern ein ehrliches, manchmal schmerzhaftes Buch über Beziehungsdynamiken, unausgesprochene Bedürfnisse und das Scheitern an fehlender Kommunikation. Frustrierend? Ja. Aber genau deshalb auch so wirkungsvoll.
Geordnete Verhältnisse von Lana Lux
🌟🌟🌟🌟🌟
Klappentext: Wenn man seine Heimat verlassen muss, kommt es immer darauf an, wo man landet und welche Leute man kennenlernt. Faina landet in einer deutschen Kleinstadt und lernt in der Schule Philipp kennen, einen Jungen mit Wutausbrüchen, der Pflanzen lieber mag als Menschen, sich aber sehnlichst einen Freund wünscht. Faina soll dieser Freund werden, also bringt er ihr Deutsch bei, und wie man Weihnachten richtig feiert. Er macht sie zu seiner Faina.Jahre später ist Philipp der Typ mit Eigentumswohnung und fester Freundin, und Faina steht als verlassene, verschuldete Schwangere vor seiner Tür. Er lässt sie hinein, doch zu welchem Preis?
Rezension: Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Außer damit, dass „Geordnete Verhältnisse“ für mich ein absolutes Jahreshighlight ist. Selten hat mich ein Buch auf so vielen Ebenen überzeugt. Cover, Titel, Inhalt, Schreibstil, Sprache, Aufbau und die einzelnen Kapitel: Hier greift einfach alles perfekt ineinander! Schon von den ersten Seiten an hat mich der Roman vollständig in seinen Bann gezogen. Ich hatte sofort das Gefühl, dass es richtig, richtig gut wird Lana Lux schreibt eindringlich, präzise und gleichzeitig unglaublich atmosphärisch. Jede Szene sitzt, jedes Kapitel hat Gewicht, nichts wirkt überflüssig oder beliebig. Die beiden Protagonisten, Philipp und Faina, sind sehr detailliert und vielschichtig gezeichnet. Sie könnten gegensätzlicher kaum sein und fühlen sich dennoch magisch zueinander hingezogen. Diese Anziehung war für mich nicht immer leicht nachzuvollziehen. „Geordnete Verhältnisse“ trifft es allerdings auf den Punkt, denn was die beiden verbindet, ist nicht Romantik, sondern die Suche nach Halt, nach Struktur, nach Sicherheit. Dabei geht es in diesem Buch um so viel mehr als „nur“ um eine toxische Beziehung. Es geht um Herkunft, Prägungen, dysfunktionale Familien, emotionale Abhängigkeiten und um das tiefe menschliche Bedürfnis, irgendwo anzukommen und sich sicher zu fühlen. Ich möchte bewusst nicht zu viel verraten. Für mich ist „Geordnete Verhältnisse“ ein intensiver, kluger und bewegender Roman, den jeder lesen sollte.
Alle glücklich von Kira Mohn*
🌟🌟🌟🌟🌟
Klappentext: Nina: Mutter, Ehefrau, MTA. Erfüllt alle Rollen, doch daneben gibt es eine, von der niemand etwas weiß.
Alexander: Oberarzt, Ehemann, Vater. Tut alles für seine Familie, opfert sich auf als Arzt – und wer dankt es ihm?
Emilia: Gymnasiastin. Zum ersten Mal richtig verliebt. Sucht ihren eigenen Weg, geht aber den des Freundes.
Ben: Student. Es geht ihm gut. Es geht ihm wirklich gut. Verdammt noch mal, es geht ihm gut!
Nina, Alexander, Emilia und Ben. Eine liebevolle Mutter, ein beruflich erfolgreicher Vater, zwei wohlgeratene Kinder. Doch wenn der Druck steigt, reißt die Fassade auf.
Rezension: Buchcover und Klappentext verraten zunächst nicht allzu viel über den Inhalt von Alle glücklich. Umso größer war meine Neugier. Nicht zuletzt, weil es mein erster Roman von Kira Mohn war, nachdem ich zuvor ihre Leuchtturm-Trilogie gelesen hatte. Der Titel allein weckt bereits Erwartungen, die sich im Laufe der Geschichte auf eindrucksvolle Weise bestätigen. Besonders überzeugt hat mich der Aufbau des Romans. Die Kapitel beginnen jeweils mit passenden Leitsätzen der Protagonisten und werden abwechselnd aus den Perspektiven von Nina (Mutter), Alexander (Vater), Ben (Sohn) und Emilia (Tochter) erzählt. Obwohl es eine zentrale Grundgeschichte gibt, eröffnen die Perspektivwechsel unterschiedliche Blickwinkel auf dieselben Ereignisse. Schnell wird deutlich, dass der äußere Schein trügt: Nicht alle sind so glücklich, wie es zunächst scheint. Und unaufhaltsam nimmt die Katastrophe ihren Lauf. Kira Mohn gelingt es, mit diesem Roman gleich zwei Generationen anzusprechen. Sprachlich wie psychologisch geht sie direkt vor und thematisiert Probleme unserer Zeit sowie deren Auswirkungen auf den (familiären) Alltag. Im Zentrum stehen Familie, Zusammenhalt und unerfüllte Wünsche.
Mich haben sowohl die Sprache als auch der Schreibstil und die Thematik sehr überzeugt. Alle glücklich ist ein Roman, der bewegt und nachhallt, auch wenn (oder gerade weil) er ein leicht flaues Gefühl im Magen hinterlässt. Ein intensives, nachdenklich stimmendes Buch und ein großartiger Roman einer exzellenten Autorin.
Half His Age von Jeannette McCurdy
🌟🌟🌟🌟,5
Klappentext: Waldo ist gierig. Notgeil. Direkt. Naiv. Weise. Impulsiv. Einsam. Wütend. Stark. Verletzt. Clever. Sie will so unendlich viel, und das, was sie am meisten will, ist: Mr. Korgy, ihren Lehrer für kreatives Schreiben, mit Frau und Kind, mit der Hypothek und den Rechnungen, mit den toten Träumen, der verblassten Attraktivität und dem immer größer werdenden Bäuchlein. Sie weiß nicht, warum sie ihn will. Ist es seine Leidenschaft? Seine Lebenserfahrung? Die Tatsache, dass er Bücher und Filme und Dinge kennt, die sie nicht kennt? Oder ist es etwas noch Reineres, etwas, das in ihrer unwahrscheinlichen Verbindung liegt, in ihrer Seelenverwandtschaft, in dem ähnlichen Filter, durch den sie beide die Welt um sich herum betrachten? Oder vielleicht reicht schon die Tatsache, dass er sie sieht? Wo es doch sonst niemand tut?
Rezension: Ich mag provokante Bücher. Und „Half His Age“ von Jennette McCurdy ist genau das: laut, dreckig und wütend. Im Zentrum stehen Waldo und ihre Affäre mait dem deutlich älteren Lehrer Mr. Korgy. Dass er ausschließlich bei seinem Nachnamen genannt wird, ist ein kluger Kniff: Er bleibt Autoritäts- und Machtfigur. Er ist keine Person auf Augenhöhe.
Der Roman behandelt nicht nur eine problematische Beziehung, sondern auch Themen wie Konsum, Identität, Macht, Einsamkeit, toxische Dynamiken, weibliche Wut und Sexualität. "Half His Age" ist furchtbar unangenehm und provokant und trotzdem - oder gerade deswegen! - konnte ich mich dem immer stärker werdenden Sog nicht entziehen.
„Half His Age“ wird nicht jedem gefallen und sicher Diskussionen über Moral, Macht und Sexualität auslösen. Das Buch eckt an. Aber gerade diese Eigenschaft macht das Buch so spannend. Ich bin sehr neugierig auf die Verfilmung!
Ich in deinen Augen von Paige Toon
🌟🌟
Klappentext: Sonny ist attraktiv, selbstbewusst – und nur den Sommer über in der Stadt. Für Hannah die perfekte Gelegenheit, denn sie lässt sich nicht auf feste Beziehungen ein. Genauso wenig wie Sonny. Doch je besser sie sich kennenlernen, desto mehr fühlen sie sich zueinander hingezogen. Dabei haben beide mit Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen. Hat ihre Liebe dennoch eine Chance?
Rezension: Paige Toon gehört seit Jahren zu meinen liebsten AutorInnen, weshalb ich (fast) jedes ihrer Bücher gelesen habe. Ich in deinen Augen lag allerdings ungewöhnlich lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Mehr als zwei Jahre, um genau zu sein. Und nun, nachdem ich endlich dazu gegriffen habe, musste ich das Buch nach etwa der Hälfte abbrechen. Das lag ganz sicher nicht am Schreibstil. Paige Toon schreibt wie immer gefühlvoll, flüssig und mit einer Leichtigkeit, die mich normalerweise sofort abholt. Auch die Charaktere konnten mich grundsätzlich überzeugen: Hannah und Sonny sind nahbar, liebenswert und wirken authentisch, ihre Emotionen sind nachvollziehbar und fein gezeichnet. Und trotzdem wollte der Funke bei mir nicht überspringen. Bei aller Liebe für Slow-Burn-Geschichten: Mir war die Entwicklung der Story schlicht zu langsam. Die Handlung hat sich für mein Empfinden zu sehr in Nebensächlichkeiten verloren und zu wenig Fortschritt gemacht. Immer wieder hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten, statt wirklich in der Geschichte voranzukommen. Das hat meine Leselust zunehmend gebremst, bis ich schließlich gemerkt habe, dass ich eher aus Pflichtgefühl als aus echter Freude weiterlese. Schweren Herzens habe ich mich deshalb dazu entschieden, das Buch abzubrechen. Auch wenn mir das bei einer Autorin, die ich so schätze, alles andere als leichtfiel.
Ich in deinen Augen ist sicher kein schlechtes Buch und wird viele Fans von ruhigen, sehr langsamen Liebesgeschichten begeistern. Für mich persönlich war es diesmal jedoch einfach zu „slow“.
Welche Bücher hast du im Januar gelesen? Alles Liebe, Mareike ♥
*Hinweis: Die markierten Bücher wurden mir als Rezensionsexemplare kostenlos zur Verfügung gestellt.
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