Haar Update: Warum ich keine Extensions mehr trage

25.04.2019
Fast genau zwei Jahre sind vergangen, seit ich das erste Mal Tape-In Extensions von Hairtalk getragen habe. Ich habe hier auf meinem Blog viel darüber berichtet: Alles begann im Mai 2017 mit einer Haarverdichtung, bis ich schließlich im Sommer 2017 zu einer Haarverlängerung gewechselt bin. (Die Beiträge sind für euch unten verlinkt.) Damit hat sich für mich ein großer Wunsch erfüllt. Was für viele Mädels selbstverständlich ist, war für mich ein komplettes neues Gefühl: endlich volle, lange Haare. Bei meinem letzten Friseurbesuch Ende März habe ich mich nun dafür entschieden, die Tapes entfernen zu lassen - trotz des Haarausfalls, der mich im letzten Jahr ganz furchtbar geplagt hat. Über meine Beweggründe (und noch viel mehr) möchte ich gerne erzählen. 


Der Haarausfall kam schleichend, weshalb ich lange Zeit nicht festgestellt habe, dass die Haare auf meinem Kopf immer weniger werden. Und, klar, die Tape-In Extensions haben viel wett gemacht und kaschiert. Davon abgesehen, dass ich durch einen Eisenmangel schon immer etwas mehr Haare als üblich verloren habe. Mir erschien nichts merkwürdig oder ungewöhnlich. Die Tapes werden ca. alle 8 Wochen hochgesetzt, weshalb ich spätestens mit jedem Friseurbesuch mehr festgestellt habe, dass etwas nicht stimmt. Im Frühjahr 2018, ich hatte gerade mein Wunschgewicht erreicht und 20 Kilo abgenommen, als ich schließlich mit Tränen in den Augen beim Friseur vor dem Spiegel saß. Im Spiegelbild mir gegenüber: ich, mit ein paar Fransen auf dem Kopf und kahlen Stellen im Stirnbereich. Ja, ich hatte richtige Geheimratsecken. Kathi, meine Friseurin, legte mir ans Herz, meine Werte beim Hausarzt abchecken zu lassen. Die Erklärung lag nahe und bestätigte sich nur wenige Wochen später: Mein Körper hatte einen Nährwertemangel. Mir wurde die Einnahme von Biotin und Eisen empfohlen, womit ich direkt begonnen habe. Bereits vier Wochen später, ich war gerade in Amsterdam, konnte ich mit Blick in den Spiegel die ersten neuen Härchen sehen, die wie kleine Gräser geprießt sind. Es ging endlich bergauf.

- April 2018 -

Ihr müsst wissen, dass meine Haare von Natur aus sehr fein und kraus sind. Meine Haare wachsen maximal auf Schulterlänge und brechen dann, sobald sie auf die Schultern fallen, ab. Mit einer Haarverdichtung/Haarverlängerung hat sich daher ein kleiner Lebenstraum verwirklicht. Zugegeben: die Summe aller Kosten für jeden Friseurbesuch liegt sicherlich im vierstelligen Bereich. Und doch war es mir das Ergebnis jedes Mal wieder wert. Ich bereue keinen Cent, den ich in den letzten beiden Jahren in meine Haare bzw. in Extensions investiert habe. Davon abgesehen, dass mein Selbstwertgefühl mit langen Haaren unheimlich gestiegen ist. Ja, man sollte sich definitiv nicht ausschließlich durch seine Haare definieren, aber insgesamt haben meine Naturhaare schon immer einen großen Teil dazu beigetragen, dass ich mich nicht attraktiv genug gefühlt habe und unglücklich mit mir selbst war. Andere Frauen träumen von mehr oder weniger Busen, von volleren Lippen oder einer neuen Nase. Ich dagegen wollte schon immer lange Haare haben und mich insgeheim nicht ständig fragen, wie ich überhaupt damit aussehe. Vielleicht würden mir lange Haare auch gar nicht stehen? Ich wollte es einfach ausprobieren und war mit der Entscheidung für eine Verdichtung/Verlängerung bis zuletzt sehr sehr zufrieden. 


An dieser Stelle knüpfe ich direkt an die Frage an, warum ich die Extensions entfernen lassen habe, wenn ich doch so sehr zufrieden war. Der plötzliche Haarwuchs und die vielen neuen Haare, die  sich plötzlich auf meinem Kopf befunden haben, waren ein wesentlicher Aspekt. Ich wollte wissen, wie es sich für mich anfühlt und ob ich mit mir und meinen Haaren endlich im Reinen sein kann. Ich fühlte mich stark genug für diesen Schritt. Letztendlich hatte ich aber auch einfach mal wieder Lust auf eine Veränderung. Ich habe ein paar Monate zuvor schon einmal den Gedanken gehegt, die Tape-In Extensions vorerst entfernen zu lassen und bin froh, dass ich es (zumindest zu diesem Zeitpunkt) nicht gemacht habe. Der Haarwuchs war lange nicht so gut vorangeschritten, wie es jetzt der Fall ist. Ich hätte mich furchtbar unwohl gefühlt, der Kontrast wäre zu groß gewesen. Der "richtige" Zeitpunkt - wenn es ihn denn überhaupt gibt - war jetzt gekommen. Ich war innerlich und äußerlich endlich bereit, mich von meinen Extensions zu trennen. Mein Freund hat ebenfalls einen kleinen Teil meiner Entscheidung ausgemacht. Er hat mich bestärkt und mir Mut gemacht und für mehr Natürlichkeit appelliert. 


Meinem Termin zum Entfernen der Tape-In Extension habe ich freudig und aufgeregt entgegen gefiebert. Plötzlich hat es mehr denn je gezwickt und gedrückt. Oder anders gesagt: ich habe die Extensions zum ersten Mal als einen Fremdkörper auf meinem Kopf wahrgenommen. Ja, vielleicht auch - oder gerade weil ich wusste, dass sie entfernt werden und ich zu 100% bereit für diesen Schritt bin. Als die Tapes entfernt wurden, war es dennoch erst sehr ungewohnt. Ich fühlte mich kurzzeitig nackt und entblößt. Was mir dagegen positiv aufgefallen ist: Mein Kopf fühlte sich plötzlich so ungewohnt leicht an, ohne die Tapes am Haaransatz. Kathi hat mein Haar gründlich gereinigt, von allen Kleberesten befreit, es anschließend gewaschen, gepflegt und gestylt. Als ich den Friseursalon verlassen habe, habe ich mich wie ein neuer Mensch gefühlt. Nun ja, irgendwie ist es auch genau so gewesen. Auf dem Weg nach Hause - ich war zu Fuß unterwegs - habe ich mich unauffällig in jedem Schaufenster angesehen und mir mit der Hand durch die Haare gefasst. Zuhause konnte ich den Blick vom Spiegel nicht abwenden. 


Ich bereue das Entfernen der Tape-In Extensions zum jetzigen Zeitpunkt in keinster Weise. Gleichzeitig möchte ich nicht ausschließen, irgendwann später wieder zu einer Haarverdichtung/ oder Haarverlängerung zurückzukehren. Ich halte mir alle Optionen offen und genieße das neue Haargefühl zu 100%. Eine Followerin auf Instagram kommentierte, dass meine Haare, so wie sie jetzt sind, sportlich(er) aussehen. Und ja, irgendwie hat sie recht. Auch mein Freund mag es total gerne. Meine größte Sorge war nämlich, dass ich ihm plötzlich nicht mehr gefallen könnte. Pustekuchen! Er fasst mir nun viel lieber durch die Haare, krault meinen Kopf und - ganz wichtig - liebt mich immer noch :D



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Alles Liebe für Euch, Mareike ♡

1 Kommentar:

  1. Ich finde auch, dass du deine Haar überhaupt nicht verstecken solltest. Die sehen nämlich richtig schön aus und es ist doch wirklich toll, dass dein Haarwuchs so gut klappt. :)

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