Lesemonat Juni 2026

30.06.2026
Willkommen zurück auf meinem Blog und willkommen zu einem neuen Lesemonat! ♥

Der Lesemonat Juni war für mich ziemlich gemischt und hat mir mit "Hitzetage" und "Pina fällt aus" zwei sehr unterschiedliche Leseerfahrungen beschert... Während mich ein Buch vor allem sprachlich und thematisch überzeugen konnte, mich emotional aber nicht komplett erreicht hat, hat mich das andere auf der Gefühlsebene sehr stark mitgenommen.


Hitzetage von Oisín McKenna
🌟🌟🌟

Klappentext: London, ein flirrend heißes Juniwochenende: Maggie ist schwanger und pleite und fürchtet die Rückkehr in die Vorstadt ihrer Kindheit. Ed jobbt als Fahrradkurier und verheimlicht seine Bisexualität. Phil ist unglücklich in seinen Mitbewohner verliebt. Als Phils Hausgemeinschaft in einer leerstehenden Lagerhalle aufgelöst wird, feiern sie, als wäre es das letzte Mal.

Rezension: Hitzetage hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Mit rund 360 Seiten hat sich das Buch für mich stellenweise ziemlich gezogen, vor allem zu Beginn. Obwohl die behandelten Themen für mich eine glatte 10/10 sind und absolut relevant sowie spannend aufbereitet werden, bin ich leider nicht richtig in den Lesefluss gekommen :( Das lag vor allem an den vielen Perspektivwechseln und den unterschiedlichen Figuren. Es hat eine Weile gedauert, bis ich alle Personen einordnen konnte. Ich konnte zudem nicht zu allen Charakteren eine emotionale Verbindung aufbauen. Dadurch fiel es mir schwer, bei manchen Handlungssträngen wirklich mitzufühlen. Sprachlich gibt es dagegen wenig auszusetzen: Der Schreibstil ist atmosphärisch, präzise und sehr gelungen. Gerade deshalb hätte ich mir gewünscht, noch stärker von den Figuren mitgerissen zu werden. Besonders die letzten 100 Seiten haben für mich vieles herausgerissen. Hier nimmt die Geschichte deutlich an Fahrt auf, wird spannender und konnte mich endlich mitreißen.

Am Ende bleibt ein Buch, das wichtige Themen behandelt und sprachlich überzeugt, mich emotional aber nicht durchgehend erreicht hat. Deshalb reicht es für mich leider nur für 3 von 5 Sternen – auch wenn ich ihm aufgrund seines Potenzials und seiner starken Themen gerne mehr gegeben hätte.

Pina fällt aus von Vera Zischke
🌟🌟🌟🌟🌟

Klappentext: Als Pina mitten auf der Straßenkreuzung zusammenbricht, hat sie nur einen Gedanken: Wer kümmert sich jetzt um Leo? Ihr Sohn ist zwanzig Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt, die außer ihm nur Pina kennt. Morgens verlässt er das Bett erst, wenn eine grüne Blase in seiner Lavalampe aufsteigt. Wenn er Treppen geht, dann in seinem eigenen Rhythmus: immer zwei Schritte vor und einen Schritt zurück.

Die übrigen Hausbewohner verstehen den merkwürdigen Jungen nicht. Die sechzehnjährige Schulabbrecherin Zola, der resignierte Einsiedler Wojtek und die lebensmüde Seniorin Inge haben mit sich selbst schon genug zu tun. Doch jetzt liegt Pina auf der Intensivstation und Leo ist zum ersten Mal allein in der Wohnung. Die Nachbarn sind in Schockstarre. Sie können doch wohl nicht zuständig sein! Aber Leo braucht sie. Und während diese ungewöhnliche Truppe durch einen völlig neuen Alltag stolpert, realisiert jeder Einzelne von ihnen: Sie brauchen Leo auch.

Rezension: Ich habe bereits „Ava liebt noch“ von Vera Zischke gelesen und war so begeistert, dass ich unbedingt auch „Pina fällt aus“ lesen wollte. Dabei hat mich der Klappentext zunächst gar nicht zu hundert Prozent angesprochen. Der Schreibstil der Autorin hat mich jedoch beim ersten Buch so überzeugt, dass ich das Buch trotzdem gekauft habe. Und das war definitiv die richtige Entscheidung. Schon das Cover gefällt mir wahnsinnig gut. Es passt perfekt zum ersten Buch von Vera Zischke: ruhig und unaufgeregt, aber dennoch unglaublich ausdrucksstark.

In der Geschichte geht es um Pina, die alleinerziehend ist und sich voller Hingabe um ihren Sohn Leo kümmert, bis sie plötzlich ausfällt und damit einen wichtigen Stein ins Rollen bringt. Mich hat wahnsinnig berührt, wie die Hausbewohner mit dieser Situation umgehen. In Kombination mit dem wundervollen Schreibstil der Autorin hatte ich nicht selten Tränchen in den Augen. Aber keine Sorge: Zum Schmunzeln bleibt ebenfalls genügend Raum!! Besonders gefallen hat mir außerdem, dass das Ende sehr unaufgeregt daherkommt. Die Charaktere bleiben sich selbst treu und werden ihren Beschreibungen absolut gerecht. Lange Rede, kurzer Sinn: Tolle Protagonisten, tolle Geschichte, toller Schreibstil – ach, ich fand einfach alles richtig, richtig super!

Welches der beiden Bücher würdet ihr eher lesen und warum?

Alles Liebe und bis ganz bald, Mareike ♥

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