Allgäu - Urlaub in Bayern

16.08.2022
Ich war für knapp eine Woche in Bayern; genauer gesagt im Allgäu. Ich bin weit davon entfernt Euch coole Insider Tipps zu geben, schließlich war es mein erstes Mal in dieser Region. Was ich mir aber nicht nehmen lassen möchte: ein Reisebericht zu meinen vielseitigen Erlebnissen. Dieser Urlaub war Entspannung, Abenteuer und Faszination pur.



Nach unserer Ankunft, einem Radler und Eiscafé ging es mit der Gondel auf den 1325m hohen Imberg, wo wir im Imberghaus eingekehrt sind. Den Rückweg durch das Gebiet sind wir schließlich zu Fuß angetreten. Berge wohin man auch schaut, während Kühe auf den Weiden grasen und Schmetterlinge rast auf Blüten finden. Natur pur!

  
Und das Beste: Die schönste Zeit lag noch vor uns! Tage voller Abenteuer und Erlebnisse. Ich verspürte unheimlich viel Euphorie und Vorfreude. Den ersten Tag haben wir am Abend bei Radler, Pommbären und Süßigkeiten ausklingen lassen, während wir der Sonnen beim Untergehen zusehen konnten. Ein echter Marmeladenglasmoment.


Mit einem „kleinen“ Frühstück sind wir in den zweiten Tag gestartet. Unser Ziel: die Buchenegger Wasserfälle. Hierfür sind wir zu Fuß einen Weg von ca. 40 Minuten angetreten. Die Route war wirklich toll, wenn auch auf den letzten Metern sehr steil. Mit meinen Wanderschuhen hatte ich zum Glück guten Halt, gleichwohl mein Atem mit Blick auf die Steigerung öfters stocken musste. Der Weg hatte sich aber vollends gelohnt. Die Buchenegger Wasserfälle gehören zum Geopark Allgäu, der zwischen Bodensee und dem Illertal liegt. Traumhaft schön! Und das Wetter war ganz auf unserer Seite. Die Sonne spiegelte sich im glasklaren Wasser. Wir haben die Wanderschuhe ausgezogen, uns die Kleidung regelrecht vom Leib gerissen und uns in das eiskalte Wasser begeben. Eine echte Wohltat. Obacht! Badeschuhe sind wegen dem Gestein nahezu unabdingbar. Und auch sollte die Kraft des Wassers nicht unterschätzt werden. Vom "Gumpenspringen" (= Klippenspringen) wird dringend abgeraten. Zuletzt haben sich an den Bucheneggern Wasserfällen mehrere, zum Teil tödliche Unfälle durch Absturz, Ertrinken oder Springen ereignet. Stunden später sind wir zu Fuß den Rückweg antreten. Nach dem Abendessen sind wir mit Radler und Proviant auf den Hügel, wo wir unsere Eindrücke sacken lassen konnten. Ja, das muss man tatsächlich erst einmal verarbeiten. Gleichzeitig haben wir ausreichend Kraft für unseren dritten Tag im Allgäu gesammelt.


Es ging auf den Hochgrat. Der Hochgrat ist ein 1834m hoher Berg in den Allgäuer Alpen. Er ist als höchste Erhebung der Nagelfluhkette und des gesamten Allgäuer Voralpenlandes ein wahrer Magnet und hat eine große touristische und geographische Bedeutung. Die Auffahrt sind wir bei hochsommerlichen Temperaturen mit der Hochgratbahn angetreten. Nach etwa einer Dreiviertelstunde hatten wir das Gipfelkreuz bei klarem Himmel und Sonne erreicht. Von dort blickt man sehr tief in die Alpen und auf den Bodensee; im Osten erkennt man die Zugspitze und den österreichischen Großvenediger; in der Schweiz die Massive von Tödi und Säntis. Für die Wanderung zum Gipfelkreuz sind Wanderschuhe wieder unabdingbar.


Nach unserer Wanderung sind wir im Bergrestaurant eingekehrt. Eine kleine Stärkung, bevor wir unsere 2½ stündige Wanderung zurück zum Parkplatz angetreten sind. Und diese Wanderung hatte es wirklich in sich! Naturnah und wunderschön, aber auch sehr sehr steil. Zudem zeigte das Thermometer über 30 Grad an; die Sonne prallte auf unsere Körper. Ich finde, wir haben das wirklich wirklich gut gemacht, auch wenn ich zwischenzeitlich echt angespannt war.


Am späten Abend sind wir für den Sonnenuntergang nochmals zur Bergstation zurückgekehrt. Wir konnten beobachten wie die Sonne im Bodensee versunken ist. Die Stimmung war atemberaubend, einzigartig, einfach unbeschreiblich. Ein echtes Naturschauspiel, das sich uns geboten hat. Es war längst dunkel, als wir die Abfahrt mit der Gondel angetreten sind. Daran werde ich mich noch lange zurückerinnern.


Unseren vierten Tag in Bayern haben wir entspannt am Alpsee beim Baden verbracht. Dort konnte ich die vorherigen Tagen sacken lassen und die Seele baumeln lassen. Das tat gut! Für den Abend waren Regen und Gewitter angekündigt. Wir sind in einem unheimlich guten Gasthof eingekehrt: leckere Getränke, (kinder)freundliche Bedienung, nette Atmosphäre und schneller Service. Ich würde Euch den Gasthof liebend gerne empfehlen - wenn ich nicht versäumt hätte, wie er hieß. Verdammt!


Der fünfte Tag näherte sich schneller, als uns lieb war. Nach einem leichten Gewitter und Regen waren die Temperaturen auf feucht-warme 23 Grad gesunken. Unser TOP für diesen Tag: die Breitachklamm. Dabei handelt es sich um ein Naturdenkmal in Oberstdorf, das zugleich die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas ist! Für die Wanderung gibt es verschiedene Routen Optionen mit unterschiedlicher Laufdauer. Wir waren etwas mehr als eine Stunde unterwegs.

Am Nachmittag haben wir die Sommerrodelbahn in Hündle besucht, was eine tolle Abwechslung zur ersten Tageshälfte war und viel Freude bereitet hat.



An unserem Abreisetag waren wir ein letztes Mal in der Bergkäserei, bevor wir die über 700km lange Heimfahrt angetreten sind. Schön war's! Ich war definitiv nicht das erste und letzte Mal in Bayern. Für Wanderungen (und der Natur wegen!) würde ich jederzeit wiederkommen. Ich bin sehr dankbar für diese Reise. 

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